Stiefel mit weitem Schaft und Mehrweite

Weitschaftstiefel

Stiefel mit weitem Schaft und Mehrweite

Stiefel sind ein modischer Dauerbrenner und ultraschick in Kombination mit Kleidern, Röcken und engen Hosen. Nun geht es bei breitefuesse.de ja immer um … genau, breite Füße. Nicht selten gehen breite, bzw. kräftige Füße mit kräftigen Waden einher. Deshalb stelle ich in diesem Blogbeitrag ein paar Online-Shops zusammen, bei denen Ihr Stiefel sowohl mit Mehrweite am Fuß als auch weitem Schaft finden könnt.

Stiefel finden trotz kräftiger Waden und Füße

Kräftige Waden und Stiefel schließen sich nicht aus. Wie immer im Leben muss der Topf nur den passenden Deckel finden – auch beim Stiefelkauf. Bei der Auswahl sollte man unbedingt auf die richtige Schaftweite achten. Es gibt keine übergreifenden Pauschalweiten, also gilt: Waden messen und auf Herstellerangaben achten. Und beim Messen etwas Zugabe lassen: sowohl für Strümpfe und ggf. anliegende Hosen als auch für die Waden, die am Ende des Tages voluminöser sind als früh morgens. Elastikeinsätze und verstellbare Schnallen oder Schnürungen (= Varioschaft) können für Extra-Komfort sorgen.

Damit auch der Fuß den nötigen Platz findet, beachtet auch die Schuhweite (siehe auch den Artikel Schuhweite messen). Sind Deine Füße kräftiger als der Durchschnitt, benötigst Du vermutlich Weite H oder weiter.

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Stiefel elastischer Schaft

Stiefel m. elastischem Schaft
Jana • Weite: H

Stiefel mit weitem Schaft Stiefel XXL-Schaft
Ulla Popken • Weite: H


Stiefel mit Barfußsohle

Stiefel m. Barfußsohle
Joe Nimble • sehr flexibel

Stiefel weiter Schaft

Stiefel XL/XXL Schaft
Sheego • Weite: H

 

Online-Shops, die Weitschaftstiefel führen

Bei den folgenden Shops kann man weite Stiefel kaufen, die trotz breitem Fuß und kräftiger Wade passen:

Sheego

Sheego. Als Modegeschäft für Übergrößen ist Sheego prädestiniert, eine große Auswahl an Stiefeln mit Schuhweite H und Raum fürs Bein anzubieten. Man kann bei den Modellen zwischen XL- und XXL-Schaftweite (siehe auch >> Passformberatung*) wählen.
>> Link zu Sheego*

UllaPopken

Ulla Popken, ebenfalls bekannt für den Vertrieb von großen Größen, bietet Schuhe in den Schuhweiten G, H und K bis Schuhgröße 44. Die Stiefelweiten (Vario, XL, XXL) kann man unter dem Link zur „Größentabelle“ nachschlagen. Gute Auswahl, sogar bis hin zu weiten Gummistiefeln*!
>> Link zu Ulla Popken*

Otto 180x180

Otto. In der Unterrubrik „Weitschaftstiefel“ bei Ottos Stiefelangebot gibt es eine Auswahl an Stiefeln mit XL-Schaft (siehe auch „Größentabelle“ in Artikelbeschreibung), oft mit bequemer Komfortweite im Fußbereich.
>> Link zu Otto*


Deichmann

Deichmann habe ich in die Selektion aufgenommen, da man hier Weitschaftstiefel zu erschwinglichen Preisen findet. Die Schaftweiten sind jeweils unter den Produktbildern („Schafttabelle“) der einzelnen Stiefel aufgeführt. Achtung, diese Stiefel verfügen leider nicht über Extraweite am Fuß.
>> Link zu Deichmann*

LaShoe

LaShoe – Dieser Hersteller spezialisiert sich auf Hallux-Valgus-Schuhe, also Schuhe mit Mehrweite am Großzehengelenk und aus weichem Material. Unter den Stiefeln gibt es auch einige mit extraweitem Schaft. Genaue Maße stehen jeweils in der Artikelbeschreibung.
>> Link zu LaShoe*

Imwalking

I’m walking bietet eine feine, kleine Auswahl an Weitschaftstiefeln. Schuhweite befindet sich in der Produktbeschreibung. Es gibt zwar Angaben zur Schaftweite (XS, Normal, XL), jedoch keine Erläuterung, was das in Zentimetern genau bedeutet. Übrigens, wer lieber beim Mutterkonzern Baur* kaufen möchte, findet dort dieselbe Auswahl.
>> Link zu I’m walking*

Viel Erfolg beim Stiefelkauf!

 

 

*externe Links/Werbelinks

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Kompressionsstrümpfe

Schuhsuche bei geschwollenen Füßen & Kompressionsstrümpfen

Schuhe und Kompressionsstrümpfe
Lipödem? Lymphödem? Allein von Lipödem ist im deutschsprachigen Raum ungefähr jede 8. Frau betroffen – trotzdem ist die Krankheit relativ unbekannt. Da sich Lipödem/Lymphödem letztendlich durch geschwollene Füße und der Notwendigkeit von Kompressionsstrümpfen auch auf die Schuhsuche auswirken, ist das für breitefuesse.de Anlass genug, das Thema einmal genauer zu betrachten.

Ich freue mich sehr, dass ich hierzu tatkräftige Unterstützung von Christina erhalten habe, die sich zu einem Interview bereit erklärt hat! Sie ist selbst Betroffene, kämpft unbeirrt gegen das Fortschreiten ihrer Symptome und engagiert sich außerdem stark in der Aufklärung über ihr Krankheitsbild.

Wir hoffen, mit dem Interview Betroffene zu erreichen – vielleicht sogar die ein oder andere, die von ihrer Krankheit bislang noch nicht weiß, aber bereits unter ihren Folgen leidet. Des Weiteren würde ich mich freuen, wenn der Beitrag nicht nur für Lipödem-Betroffene interessant ist, sondern auch für diejenigen, die aus anderen Gründen Kompressionsstrümpfe tragen und die Herausforderung bei der Schuhsuche kennen, die das mit sich bringt.

Inhalt:
Interview:

Hallo Christina! Bitte stelle Dich doch unseren LeserInnen einmal vor. Was ist Deine Geschichte?

Christina: Gern! Kurz zu den Eckdaten: Ich bin 36 Jahre alt, komme aus Bayern, bin Mutter und berufstätig.

Bei mir wurde vor sechs Jahren Lipödem/Lymphödem diagnostiziert. Meine Beine waren immer schon sehr kräftig im Vergleich zum restlichen Körper. Damit konnte ich aber lange Zeit gut leben. Die mit der Krankheit oft einhergehenden Schmerzen kamen erst als ich Mitte/Ende 20 war. Eine Physiotherapeutin war es, die mich auf mein Lipödem aufmerksam gemacht und mich damit zum richtigen Facharzt, einem Phlebologen,  geschickt hat. Inzwischen habe ich Lipödem/Lymphödem im Stadium II.

Fester Sitz: Kompression an Armen & Beinen

Festen Sitz: Kompressionsbekleidung an Armen und Beinen

Ich trage Kompressionsstrumpfhosen, -ärmel und –handschuhe und bin jeden Tag gegen die Krankheit aktiv, z.B. in Form von Bewegung, Lymphdrainage und bewusster Ernährung.

Um über die Krankheit aufzuklären und um Mitstreiterinnen Mut zu machen, poste ich regelmäßig zu dem Thema in meinem Instagramprofil (zu finden unter dem Namen: christina_rick) und blogge bei „Frauensache“ auf www.deinestarkeseite.de, einer Plattform für ein Leben mit Lipödem. Für Frauensache bin ich auch als Botschafterin auf Infoveranstaltungen unterwegs.

Was ist denn Lipödem genau?

ChristinaLipödem ist eine chronische, fortschreitende Krankheit, die nicht konservativ heilbar ist. Sie hat zur Folge, dass Fettzellen an den Beinen und Armen ungewöhnlich strukturiert sind. Diese wachsen und wuchern anders als normale Fettzellen, verengen das Gewebe verhärtet sich. Auch wenn die Patientinnen dadurch an Umfang zunehmen, können sie das Fett durch Hungerkuren nicht wieder loswerden.

Das Ganze ist leider auch mit Schmerzen verbunden. Meine Unterschenkel und Füße fühlen sich schwer und gepresst an. Das fühlt sich für mich an wie eine Weißwurst kurz vorm Platzen. Abends ist es schlimmer als morgens. Die betroffenen Stellen werden sehr berührungsempfindlich – viele empfinden dauernd einen Druckschmerz. Aber auch ohne Berührung hat man oft stechende Schmerzen. Des Weiteren bekommt man sehr leicht Hämatome, auch wenn man sich gar nicht gestoßen hat.

Die Ursachen sind – wie vieles Weitere, was die Krankheit betrifft – noch nicht hinreichend erforscht. Es wird vermutet, dass sie zwar vererbbar ist, aber durch hormonelle Veränderungen ausgelöst wird.

Und was hat es mit Lymphödem auf sich?

Christina: Beim Lymphödem wird die Lymphflüssigkeit nicht mehr richtig durch Lymphgefäße abgetragen und es kommt zu Schwellungen, also Ödemen, im Gewebe. Dies kann verschiedene Ursachen haben und auch unabhängig von Lipödem auftreten.

Ganz oft bekommt man Lymphödem als Sekundärerkrankheit bei Lipödem – vermutlich weil die Lymphgefäße so von den verdickten Lipödemen eingeengt werden, dass die normalen Abläufe im Gewebe nicht mehr funktionieren können, wie sie es sollten.

Beim Schweregrad bei Lipödem/Lymphödem unterscheidet man zwischen vier Stadien. Ich selbst bin jetzt im Stadium II. Behandelt man die Krankheit nicht, werden die Beine so voluminös, dass sie beim Gehen ständig aneinander scheuern und Hautlappen über die Knie hängen. Das Gewebe verhärtet sich stark und es kann zu schweren Entzündungen kommen, Erysipel genannt. Im Stadium IV sind die Betroffenen meistens schlechter mobil oder sogar bettlägerig; im Volksmund wird dieses Stadium Elephantiasis, auch unschön Elefantenbeine genannt.

Während Lymphödeme Frauen wie Männer bekommen können, leiden an Lipödem übrigens fast ausschließlich Frauen.

Wie kann man die Krankheit behandeln?

Lipödem & Stil schließen sich nicht aus!

Mode und Lipödem schließen sich nicht aus!
Christina: Konservativ ist der Krankheit leider nicht beizukommen. Jedoch kann man das Fortschreiten verlangsamen oder sogar verhindern und die Beschwerden lindern. Die konservativen Maßnahmen haben alle das Ziel, dass die gestaute Lymphflüssigkeit aus den Extremitäten abfließt.

Zum einen gibt es da die Lymphdrainage. Das ist eine manuelle Therapie. Ein bisschen wie Massage, allerdings aufgrund der Schmerzen nur ganz sanft, fast wie streicheln. Ich gehe 2x die Woche zur Lymphdrainage.

Dann gilt es, Kompressionsbekleidung zu tragen. Ich trage meine Kompressionsstrumpfhosen und die Kompressionsärmel mit den Handschuhen konsequent von früh bis spät und kann das allen Betroffenen nur empfehlen, damit sich die Lymphflüssigkeit nicht staut und verhärtet. Auch und vor allem beim Sport.

Sport ist ein Stichwort, denn Bewegung ist unerlässlich bei Lipödem/Lymphödem!

Es gibt auch verschiedene Philosophien, wie man sich bei der Krankheit ernähren soll. Doch da gehen die Schulen recht weit auseinander: kein Alkohol, wenig Salz, Low Carb, basische Ernährung … alle Meinungen sind vertreten. Hierbei handelt es sich derzeit noch eher um Schwarmwissen als um wissenschaftlich erwiesene Tatsachen.

Ich war außerdem bereits zwei Mal mehrere Wochen bei einer stationären Entstauungstheraphie. Dort bekommt man 5x/Woche morgens Lymphdrainage und wird dann eng einbandagiert. Auch wenn man danach aussieht wie eine Mumie und man sich schlapp fühlt, muss man sich danach bewegen, damit durch die Muskelbewegung die gestaute Flüssigkeit in Bewegung gesetzt und ausgeschieden werden kann. In den Entstauungsphasen haben sich die Verhärtungen bei mir immer gelöst und meine Beine fühlten sich wieder weich an. Ich habe auch – was eigentlich fast ein bisschen der Lehre widerspricht – meinen Umfang reduzieren können.

Trotz der Fortschritte, die ich gemacht habe, leide ich weiterhin täglich unter starken Schmerzen und den Umständen, die die Krankheit für den Alltag mit sich bringt. Deshalb habe ich mich jetzt nach langem Überlegen entschlossen, mich operieren zu lassen.

Operation heißt in diesem Fall: Ein radikales Absaugen des krankhaften Fettgewebes . Dies sollte man natürlich nicht bei irgendeinem selbsternannten Schönheitschirurgen machen lassen, sondern möglichst bei jemandem, der sich spezialisiert und einen guten Ruf hat. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen bei der Operation. Ich habe das Glück, privat versichert zu sein, dennoch bekomme ich die Kosten nicht voll erstattet. Bei einer Behandlung, die (in meinem Fall „nur“) aus zwei Liposuktion-OPs unter Vollnarkose besteht, trage ich Kosten von ca. 8000 Euro pro OP selbst.

Neben Schmerzen und ästhetischen Begleiterscheinungen, scheint die Krankheit ein ganz schöner Zeitfresser und Kostentreiber zu sein…

Christina: Das kann man so sagen. Lipödem/Lymphödem gilt nicht als Behinderung, doch man ist sowohl durch Schmerzen als auch zeitlich extrem eingeschränkt.

Ich empfinde die Versorgung durch Ärzte und gesetzlichen Krankenkassen auch nicht als bedarfsgerecht: Viele Ärzte wissen nicht genug über die Krankheit und Heilmittelverschreibungen zu bekommen ist ein Kampf. So kostet beispielsweise eine 60-minütige Lymphdrainage 50 – 55 Euro. Ein Rezept wird über sechs Behandlungen ausgestellt, mit Glück bekommt man noch ein zweites, danach jedoch keines mehr in dem Quartal. Man benötigt aber eigentlich 2 – 3 Behandlungen die Woche, schon allein wegen der Schmerzen.

Und der Zeitfaktor ist auch nicht ohne: das An- und Ausziehen sowie das Waschen der Kompressionsstrümpfe, die Termine bei der Lymphdrainage sowie das Rezepteinholen beim Arzt, tägliches Sporttreiben, Beine eincremen, Zeit für vernünftige Ernährung einplanen … da kommt was zusammen.

Christina in voller Kompressions-Montur

Lipödem Montur
Wo informierst Du Dich über Deine Krankheit?

Christina: Es gibt Patientenmagazine für Betroffene. Außerdem informieren die Strumpfherstellern teils sehr gut auf ihren Websites. Die deutschen Hersteller sind: Juzo, Medi, Bauerfeind, Jobst und Ofa.

Kannst Du noch ein paar Worte zum Thema Kompressionsstrümpfe sagen?

Christina: Ja, in der Ödemtherapie verwendet man spezielle Kompressionsbekleidung, mit so genanntem Flachstrick. Die Rundstrickstrümpfe ohne Naht, wie man sie z.B. aus dem Krankenhaus oder dem Flugzeug kennt, sind nicht geeignet, denn der Druck, den die Strümpfe ausüben, muss sich steigern je weiter sie sich vom Herzen entfernen. Und: Jedes Kleidungsstück wird maßgefertigt.

Die Kosten für eine Kompressionsausstattung sind nicht niedrig. Eine maßgefertigte Kompressionsstrumpfhose liegt bei ca. 600 Euro, mit Armstrümpfen und Handschuhen dazu ist man bereits bei 1200 Euro. Je nach Krankenkasse und Hartnäckigkeit bekommt man 2 bis 4x Kompression im Jahr bezahlt. Man kann davon ausgehen, dass ein Paar Strümpfe nach einem halben Jahr verschlissen ist.

Die Strumpfhosen müssen nach dem Tragen gewaschen werden, da sie sonst durch Hautrückstände rutschig werden. Wenn man nur ein oder zwei Paar Strumpfhosen besitzt, wird das dauernde Waschen zwischen dem Tragen natürlich zur Herausforderung.

Es gibt sowohl Kompressionsstrumpfhosen als auch –leggins. Bei den Strumpfhosen gibt es geschlossene oder die Variante mit offenen Zehen. Bei Lymphödem sollte man keine Leggins wählen. Die Strümpfe ohne Zehen werden zum einen gerne zur besseren Zehenbelüftung gewählt, zum anderen zum Tragen von Tragen von Flipflops/Zehentrennern*, wie z.B. dem Birkenstock Gizeh*. Letzteres funktioniert auch mit geschlossenen Strumpfhosen mit Zehenfach für den großen Zeh. Ich bevorzuge geschlossene Strümpfe.

Schön ist, dass es die Kompressionsbekleidung inzwischen in vielen verschiedenen Farben gibt. Neben dezenten Farben wie Schwarz, Anthrazit und Dunkelblau setze ich inzwischen auch gerne mal Akzente durch Trendfarben, wie z.B. Rot oder Pink.

Kommen wir zu dem Grund, warum Lipo-/Lymphödem ein Fall für breitefuesse.de ist: Wie wirkt sich die Krankheit auf die Füße aus?

Christina: Das Lipödem betrifft im ersten Stadium erstmal nur Beine und vielleicht auch Arme, während Finger und Füße schmal bleiben. Wenn das Lymphödem dazu kommt, schwellen irgendwann auch die Füße an und fühlen sich prall an. Bei Leuten, die ein reines Lymphödem ohne Lipödem haben, kann es übrigens auch sein, dass nur ein Fuß betroffen ist. Bei Lipo-/Lymphödem betrifft es beide Füße gleichermaßen.

Oftmals können sich die Füße kalt anfühlen oder auch brennen, manchmal sogar rissig werden.

Was sind die Aspekte, die bei der Schuhsuche mit Lipödem/Lymphödem zu beachten sind?

Christina: Da gibt es viele verschiedene. Folgende fallen mir spontan ein:

  • Fußumfang:
    Aufgrund der geschwollenen Füße passt man nicht in beliebige, enge Schuhe. Schade, denn je breiter die Schuhe sind, desto eher sehen sie aus wie Omaschuhe. Bei der Schuhsuche muss ich mich jedes Mal fragen: Wieviel Komfort möchte ich einbüßen, damit der Schuh gut aussieht?
  • Schutz der Kompressionsstrümpfe:
    Aufgrund der hohen Kosten für Kompressionsbekleidung sind Laufmaschen und Abrieb bei den Strümpfen natürlich ärgerlich. Ich setze alles dran, die Strümpfe pfleglich zu behandeln, sodass sie möglichst lange halten. Das bedeutet, dass ich zum Beispiel bei Schuhen darauf achte, dass ich nicht zu leicht herausrutsche. Bei Ballerinas ist das leider oft der Fall. Bei Pumps trage ich meistens Spangenpumps. Und apropos Pumps…
  • Hohe Schuhe:
    Je höher die Absätze, desto mehr Probleme machen die Lymphgefäße. 5-Zentimeter-Absätze gehen zwar noch, sind aber eigentlich schon unangenehm. Ich kenne keine Lipödembetroffene, die einen ganzen Abend in hohen Schuhen bestreiten kann.
  • Schaftweite bei Stiefeln:
    Aufgrund der kräftigen Unterschenkel passen grundsätzlich keine schmalen Stiefel. Es gibt aber inzwischen Stiefel mit extraweitem Schaft*.
  • Weicher Schaft bei Stiefeln:
    Der Grund, warum ich nicht gerne Stiefel oder auch Stiefeletten trage ist, dass der Schaft oft in die berührungsempfindliche Wade einschneidet. Der Schaft muss also nicht nur weit genug sein, sondern auch einen weichen, elastischen Abschluss (z.B. aus Gummi) haben. Ich ziehe Ankle Boots* daher höheren Stiefeln vor.
  • Leicht anziehbar:
    Mit den Kompressionsstrümpfen fällt es schwer, in Schuhe hineinzugleiten. Ich achte daher darauf, dass die Schuhe innen glatt sind, also zum Beispiel nicht aus Wildleder. Am besten ist es, wenn man sie zum Anziehen weit öffnen kann.
  • Atmungsaktive Schuhe:
    Durch das dichte Material der Kompressionsstrümpfe kommt ziemlich wenig Luft an den Fuß. Man sollte den Effekt nicht mit durch hermetisch abgeriegelte Schuhe verstärken. Deshalb achte ich auf atmungsaktive Materialien, also z.B. Leder oder Stoff statt Kunststoff.
  • Fußempfindlichkeit:
    Aufgrund der Druckempfindlichkeit darf der Schuh keine störenden, einschneidenden Nähte, Lederriemchen etc. haben.

Ganz schön viel zu beachten! Wo kaufst Du Deine Schuhe denn?

Sandalen & Kompression

Sandalen und Kompressionsstrümpfe
 Christina: Ich kaufe immer gerne bei Ara*, Jenny*, Caprice*, Jana*, Waldläufer*. Allerdings sind die Schuhe leider oft auch sehr klassisch aus. Ich schaue auch gern bei Gabor*. Bei Rieker* gefällt mir, dass sie oft elastisches Material verwenden. Skechers*sind schön leicht und manche Modelle haben ein glattes, weiches Fußbett aus Memory Foam. Außerdem fallen mir noch Ecco* und Giesswein* ein. Die Schuhe müssen Komfortweite oder Weite H haben.

Schöne und qualitativ gute Weitschaftstiefel, gab es früher  nur in wenigen Shops, aber inzwischen werden sie von mehreren Onlinehändlern angeboten , z.B. von Sheego*.

Und dann wäre da noch das Thema Hausschuhe. Ich trage immer welche daheim, um die Strümpfe zu schonen. Meine Pantoffeln kaufe ich am liebsten von der Firma Rohde*.

Sneaker sind noch die Schuhart, die ich am ehesten finde. Aber manchmal wünsche ich mir auch bequeme und dennoch feine Schuhe, die man auch mal zu einem Abendkleid anziehen kann und das ist schon recht schwer.

Damit Schuhe nicht so klobig wirken, wähle ich manchmal bewusst Schuhe mit Elementen, die den Schuh femininer erscheinen lassen: Satin-Schnürsenkel oder Satinstoff, Netzstoff mit Blumenmuster oder Farben wie Rot, Weiß oder Rosa.

Ein Wunsch wäre auch einfach mal schöne Sandalen. Oder Sommerschuhe, die Ton in Ton zu den Strümpfen passen und die Beine optisch verlängern. Schick und bequem gleichzeitig ist einfach eine Herausforderung.

Ich werde mich mal für Dich auf die Suche nach passenden Modellen für Dich begeben (siehe unten)! Du trägst also auch Sandalen, trotz Kompression?

Christina: Tja, die Frage ist wirklich eine Krux. Eigentlich denkt man sich natürlich, das ist ästhetisch ein No Go. Aber will ich mich quälen oder möchte ich wenigstens ein bisschen Luft an den ohnehin schon eingepackten Fuß lassen? Seit zwei Jahren trage ich an heißen Tagen auch offene Schuhe zur Kompression und bin bislang noch nie schief angeschaut oder angesprochen worden.

Auf Instagram habe ich hierzu mal eine Umfrage unter den Leserinnen gemacht, wer Sandalen trägt und herausgekommen ist, dass sich ungefähr die Hälfte dafür und die andere Hälfte dagegen entscheidet.

Abgesehen vom modischen Aspekt muss man hier allerdings zusätzlich auch wieder das Schonen der Strümpfe bedenken. Durch offene Schuhe holt man sich schnell mal Steinchen in die Schuhe, die schnell Laufmaschen verursachen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Nasswerden: Füße trocknen schnell, nachdem man z.B. durch eine taunasse Wiese gelaufen ist, aber nasse Strumpfhosen sind eher unpraktisch.

Christina, bevor wir zum Ende des Interviews kommen, möchte ich Dich noch fragen, welche Message Du den LeserInnen noch mit auf den Weg geben magst.

Christina: Täglich lese ich Posts, in denen sich Frauen für ihre Beine schämen, obwohl sie nicht einmal was dafür können, dass ihre Beine dick sind. Sie sind von einer Krankheit betroffen, wie andere von Kurzsichtigkeit oder Haarausfall.

Ich möchte allen betroffenen Frauen Mut machen, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern das Leben trotz der Erkrankung zu genießen und nicht aufzugeben!

Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass eine farbige Strumpfhose sogar sexy wirken kann, insbesondere wenn sie zusätzlich die Rundungen etwas strafft.

 

Schuhauswahl für Lipödem-/Lymphödem-Patientinnen

Im Nachgang zum Interview habe ich mich anhand der von Christina genannten Kriterien auf die Suche nach passenden Schuhen bei Lipödem/Lymphödem gemacht.

Ein allgemeiner Tipp zur Schuhsuche: Ich habe eine Liste mit Schuhgeschäften zusammengetragen, bei denen man weite, aber moderne Schuhe finden kann. Würde mich freuen, wenn sie Euch weiterhilft.

„Ich möchte auch mal etwas schickere Schuhe tragen, nicht nur klobige Oma-Schuhe“

Tja, weit aber schick – da sind wir bei der Gratwanderung, um die es auf breitefuesse.de eigentlich immer wieder geht. Auf der Suche nach guten Kompromissen für Lipödem-Patientinnen habe ich ein Paar Chelsea Boots, die ich selbst auch habe und gerne mag (gibt’s auch in rot) und ein paar Slipper formale, schwarze Halbschuhe ausgewählt, sowie zwei Paar Pumps mit Halt gebenden Riemchen – mit weiter Passform. Die Marke Brako fährt übrigens stark den Ansatz, den Christina erwähnte: Mehrweite durch feminine Elemente und Retro-Schick überspielen.

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Stiefelette Weite H

Chelsea Boot
Be Natural • Weite: H

Weite Halbschuhe Klassische Pumps
Comfortabel • Weite: H (weit)


Spangenpumps
Gabor • Weite: H

Riemchenballerinas
Brako • Weite: H

 

Weite Stiefel mit weichem Schaft

Gut, dass es inzwischen nicht mehr unmöglich ist, Stiefel mit weitem Schaft sowie Mehrweite am Fuß zu finden. Einige gute Quellen sind zum Beispiel

Alle im Folgenden ausgwählte Stiefel sind für kräftige Füße geeignet. Die Jana-Stiefel mit elastischem Einsatz hat Christina ausgewählt. Ich kann aus eigener Erfahrung die Stiefel von Joe Nimble empfehlen: Sie sind etwas teurer und optisch erstmal ungewohnt, aber auf den Barfußsohlen läuft man wie auf Wolken und das weiche Material schmiegt sich sehr bequem an Fuß und Bein an.

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Stiefel elastischer Schaft

Stiefel m. elastischem Schaft
Jana • Weite: H

Stiefel mit weitem Schaft Stiefel XXL-Schaft
Ulla Popken • Weite: H


Stiefel mit Barfußsohle

Stiefel m. Barfußsohle
Joe Nimble • sehr flexibel

Stiefel weiter Schaft

Stiefel XL/XXL Schaft
Sheego • Weite: H

 

Es ist unbestreitbar, dass die Schuhsuche für Lipödem-Patientinnen mit Kompression eine Herausforderung darstellt. Trotzdem hat mir die Suche für diesen Beitrag Spaß gemacht.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Christina für die hilfreichen Informationen und persönlichen Einblicke, die sie mit breitefuesse.de geteilt hat! Mach weiter so und alles, alles Gute für die bevorstehende OP!

Dieser Blog-Beitrag wurde im Juni 2019 veröffentlicht. Die Schuhtipps werden 2x/Jahr angepasst (letztes Update: Oktober 2019).

 

 

Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Deines Vertrauens! Ich übernehme keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

 

*Hinweis: Die Links zu den Online-Shops auf dieser Seite sind Affiliate Links. 

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Hallux valgus

Hallux valgus – Was ist das? Was kann man dagegen tun?

Hallux valgus
Breite Füße können verschiedene Ursachen haben: bei manchen ist das Skelett einfach breit gebaut, bei manchen machen sich Wasser oder auch Winter- bzw. Ganzjahresspeck breit und manche haben eigentlich keinen breiten Fuß per se, sondern „nur“ ein prominentes Zehengelenk. Letzteres ist beim Ballenzeh (Hallux valgus) der Fall. In diesem Beitrag geht es rund um den Hallux valgus. Wir schauen uns an, was das ist und was man dagegen tun kann. Außerdem berichten zwei Betroffene von ihren Erfahrungen mit Hallux valgus:

Bitte beachtet auch den notwendigen Haftungsausschluss am Ende des Artikels.

Hallux valgus – Was ist das?

Hat man einen Hallux valgus, steht das Grundgelenk des großen Zehs nach außen und der große Zeh neigt sich nach innen zu den Nachbarzehen. Dabei verkürzen sich Sehnen und Muskeln. Typischerweise entsteht ein Hallux valgus nicht von heute auf morgen, sondern schreitet langsam fort.

Der Knubbel, der durch die Fehlstellung an der Fußinnenseite hervortritt, wird im Volksmund auch Ballenzeh oder Frostballen genannt. Er stört zum einen kosmetisch und erschwert die Schuhsuche. Er kann aber vor allem auch mit diversen gesundheitlichen, teilweise schmerzhaften Beeinträchtigungen einhergehen, wie zum Beispiel Gelenkverschleiß, Hühneraugen, Bewegungseinschränkungen, Rötungen, Taubheitsgefühl und Kribbeln in den Zehen …

Betroffen von diesem Phänomen sind übrigens überwiegend Frauen.

Es gibt auch den Fall, dass sich der Ballen außen, unter dem kleinen Zeh deformiert. Dies bezeichnet man als „Schneiderballen“ oder auch „Digitus quintus varus“.

Wie entsteht Hallux valgus?

Man ist sich nicht ganz sicher, was der Grund für die Entstehung von Hallux valgus ist. Hoch im Kurs steht jedoch die Annahme, dass zu enges und hohes Schuhwerk verantwortlich ist. Wenn das so ist, handelt es sich wohl um einen klassischen Teufelskreis: enge Schuhe verursachen die Deformierung des Gelenks. In Folge sind umso weniger Schuhe weit genug, da das hervortretende Gelenk Raum fordert. Die Reizung durch Schuhe schreitet fort.

Auch entzündliche Zustände wie Arthritis können die hervorstehenden Ballen verursachen. Festgestellt wurde außerdem, dass Hallux valgus genetisch bedingt sein kann.

Was tun bei Hallux valgus?

Allgemein können wir die Maßnahmen gegen Hallux valgus in operativ und konservativ einteilen. Zu den konservativen Maßnahmen gehören: die richtigen Schuhe, Korrekturhilfsmittel (also Orthesen) und der Aufbau der Fußmuskulatur. Wenn der Hallux groß und schmerzhaft ist, gibt es auch die Möglichkeit der Operation. Im Folgenden gehe ich auf alle Maßnahmen noch einmal detaillierter ein.

Spezielle Hallux-valgus-Schuhe

Üblicherweise dreht sich ja auf dieser Website alles um breite Füße und weite Schuhe. Wer einen Hallux valgus hat, hat aber nicht per se auch einen breiten Fuß. Der Fuß ist vielmehr nur an einer Stelle nach außen gewölbt. Man kann sich mit weiten Schuhen behelfen. Besseren Halt geben jedoch Schuhe, die speziell für Hallux-valgus-Füße gemacht sind und nur am Zehenballen weit und weich sind.

Für diese Zielgruppe gibt es inzwischen einige spezielle Anbieter. Bei Marken wie LaShoe, Sioux oder Uxgo gibt es Schuhe, die nicht insgesamt klobig aussehen, sondern die aus weichem Material gemacht sind und vor allem am Großzehenballen etwas weiter geschnitten sind. Preislich sind leider die meisten Anbieter im höheren Preissegment unterwegs. Hier eine Liste* einiger Quellen für Hallux-valgus-Schuhe:

  • LaShoe – Moderne Hallux valgus Schuhe. Für alle Anlässe was dabei. Ladies only.
  • Uxgo – Eine Fülle an Sneakern mit Zehenfreiheit. Hochwertig & geeignet für Einlagen.
  • Avena – Größtenteils klassische Hallux-Schuhe, aus weichem Obermaterial.
  • Vamos – Für Freunde klassischer Schuhe mit Platz im Vorderfußbereich.
  • tessamino – Für Freunde klassischer Schuhe. Hallux-Schuhe unter: Informationen > Hallux Valgus Schuhe

Wenn’s auch sportlich sein darf, könnt Ihr einige Tipps in meinem Artikel zu weiten Sportschuhen nachlesen. Hilfreich finde ich grundsätzlich Schuhe aus dehnbarem Material (Stoff, Mesh), das sich der Fußform anpasst und nicht drückt. Modisch sicherlich nicht für jeden Anlass geeignet, aber umso bequemer sind zum Beispiel Barfußschuhe* oder Sock Boots.

Als ich nach neuen Wanderschuhen geschaut habe, bin ich auch auf das ein oder andere Paar gestoßen, das speziell für Hallux-valgus-Füße designt wurde. Hanwag* bringt beispielsweise in jeder Kollektion Modelle auf den Markt, die Platz für den Ballenzeh berücksichtigen. Die Modelle erkennt man daran, dass sie den Begriff „Bunion“ im Namen tragen, das englische Wort für Hallux valgus.

Hallux Valgus Stiefel Hallux Langschaftstiefel
LaShoe

Sneaker Daisy
Uxgo

„Hallux Hallux Schnürboot
LaShoe


Hallux StiefeletteHallux Stiefelette
Avena

 

Fußgymnastik

Man kann versuchen, durch Gymnastik die Fußmuskulatur zu stärken, Mobilitätseinschränkungen entgegenzuwirken und Verspannungen zu lösen. Die meisten Hallux-valgus-Übungen zielen darauf ab, die einzelnen Zehen zu dehnen und aktiv zu bewegen. Zu den Übungen gibt es jede Menge spezielle Literatur*, aber auch im Internet ist einiges zu dem Thema zu finden. Zudem ist Barfußlaufen im Sand gut. Und Massieren.

Hilfsmittel gegen Hallux valgus

Es gibt eine Menge Orthesen und sonstige Korrekturhilfsmittel am Markt, die speziell für Hallux valgus Patienten entwickelt worden sind.

Schienen drücken den großen Zeh in die natürliche Stellung, dehnen die Sehnen und geben ein angenehmes Gefühl.

Zum einen gibt es Nachtlagerungsschienen, die entweder den großen Zeh oder alle Zehen nachts in ihre natürliche Form zu bringen.

Es gibt auch Korrekturhilfsmittel für tagsüber. Sie sind nicht so klobig wie die Schienen für nachts und können idealerweise im Schuh getragen werden können. Dazu zählen bewegliche Schienen, Halluxbandagen, Zehenspreizer oder Polster zwischen den Zehen.

Zur Linderung von Schmerzen durch Druck gibt es Gelkissen zur Polsterung des Zehenballens.

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Operation

Bei einem stark ausgeprägten Hallux valgus kommt unter Umständen auch eine Operation in Frage. Hierbei gibt es verschiedene Verfahren, von der Entfernung des Knochenvorsprungs bis zur Umstellung des Mittelfußknochens (inkl. Schrauben oder Implantaten) bis hin zur Gelenkversteifung. Die Operationsmethode bestimmt der Arzt u.a. nach Fortschritt der Fehlstellung und Alter des Patienten.

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Interviews mit Hallux-valgus-Betroffenen

Im Zuge der Recherche für diesen Beitrag habe ich mich mit zwei Betroffenen unterhalten, die sich bereit erklärt haben, uns an ihren Hallux-valgus-Erfahrungen teilhaben zu lassen.

Erfahrungsbericht von Nadine: Fußoperation am Hallux valgus

Nadine (42) hatte einen Hallux valgus und hat sich vor fünf Monaten einer Operation am Fuß unterzogen.

Vergleich eines Fußes vor und nach der OP

Hallux Valgus OP Vergleich vorher nachher
Warum hast Du Dich für die Hallux-valgus-OP entschieden?

Nadine: Ich hatte an beiden Füßen einen Hallux valgus, der über die Jahre hinweg immer stärker wurde. Das Großzehgelenk am rechten Fuß stand irgendwann so weit vor, dass es schmerzhaft war. Hinzu kam, dass mir irgendwann keine Schuhe mehr gepasst haben. Letzten Sommer haben mir nicht mal mehr die weiten Birkenstocksandalen mit den schmalen Riemen gepasst: Das Fußbett war einfach zu schmal! Ich habe den ganzen Sommer über eigentlich nur noch zwei Paar Schuhe getragen: ein Paar weite Turnschuhe und ein Paar Riemchensandalen, das mir noch gepasst hat. Solche, die man im Volksmund „Jesussandalen“ nennt. Bei denen hat der Knubbel unterm Zeh genau zwischen die Riemen gepasst.

Der Arzt hat sich den Fuß angesehen und zur OP geraten. Das Röntgenbild, das er vom Fuß gemacht hat, zeigte bereits deutliche Verschleißerscheinungen am Zehengelenk, also Arthrose.

Kannst Du – vom Laien für Laien – berichten, was bei Deiner OP gemacht wurde?

Nadine: In meinem Fall wurde der Hallux abgefräst, der Zeh gerichtet und mit zwei Schrauben fixiert. Die Schrauben werden dauerhaft im Fuß bleiben. Außerdem wurden die Sehnen, die der früheren Fehlstellung des Gelenks entsprechend verkürzt waren, verlängert. Anderthalb Stunden hat die OP ungefähr gedauert.

Wie ging es Dir danach?

Nadine: Ich habe alles gut überstanden. Gottseidank habe ich zu keinem Zeitpunkt wirklich Schmerzen gehabt! Was ich im Fuß gespürt habe, fühlte sich eher wie ein Muskelkater an.

Man kann, bzw. muss sogar, direkt nach der Operation wieder laufen. Beim ersten Gang vom Krankenhausbett zur Toilette war mir schon etwas mulmig zumute. Man denkt, man macht etwas kaputt, aber das ist reine Kopfsache.

Ungefähr 5 – 6 Wochen, je nach Heilungsfortschritt, muss man eine OP-Sandale, einen so genannten Vorfußentlastungsschuh, tragen (siehe Foto), die eine steife Sohle hat und das Körpergewicht auf den hinteren Teil des Fußes verlagert. In meinem Fall ist alles gut verlaufen und ich konnte den Schuh nach fünf Wochen ablegen. Bei der Nachuntersuchung habe ich im Wartezimmer des Arztes eine ältere Dame getroffen, der es anders ergangen ist. Sie hatte ihren Spezialschuh auch nach neun Wochen immer noch an.

Nach der OP war ich noch zwei Tage im Krankenhaus. Danach war ich ursprünglich für vier Wochen krankgeschrieben. Tatsächlich ging es mir jedoch so gut, dass ich sofort wieder von zu Hause aus gearbeitet habe. Nach zwei Wochen habe ich mich gesundschreiben lassen und bin wieder ins Büro gefahren. Allerdings mit dem Taxi, denn mit dem Entlastungsschuh am rechten Fuß war Auto fahren nicht möglich.

Außerdem musste ich mir nach der OP noch ein paar Tage lang Thrombosespritzen setzen und Ibuprofen nehmen. Letzteres brauchte ich zwar nicht gegen Schmerzen, aber als Entzündungshemmer.

Physio ist nach der Operation ebenfalls wichtig. Mir wurde ein Heft mit Übungen mitgegeben. Bei den Übungen geht es vor allem um Dehnen und Greifen mit den Zehen. Anfangs waren die Bewegungen schwer – der Zeh wollte noch nicht so richtig. Mit der Zeit ging es immer besser.

Und wie geht es Dir jetzt?

Nadines OP-Schuh nach der Hallux-valgus-Operation

Vorfußentlastungsschuh nach Hallux valgus Operation

Nadine: Mir geht es gut! Von der Narbe am Fuß entlang sieht man nur noch ungefähr einen Zentimeter, wenn man genau hinsieht.

Ich bin völlig beschwerdefrei und würde allen, die in der gleichen Situation sind wie ich damals empfehlen, sich operieren zu lassen, denn das Resultat ist eine wahre Bereicherung. Man schleppt die Probleme mit dem Fuß jahrelang mit sich herum, das ist manchmal unnötig. Sollte sich der Ballenzeh am linken Fuß bei mir auch verschlechtern, lasse ich auch die linke Seite noch operieren.

Ein kleiner Wermutstropfen an der Geschichte: Meine alten Schuhe passen mir nicht mehr! Sie sind nicht nur zu breit, sondern auch zu kurz, denn durch das Richten des großen Zehs ist der Fuß größer geworden … aber es gibt sicherlich Schlimmeres für eine Frau, als sich neue Schuhe kaufen zu müssen.

Hast Du noch weitere Ratschläge für andere Hallux valgus Betroffene?

Nadine: Ja, man sollte sich gut überlegen, von welchem Arzt man sich operieren lässt. Meine Schwester hat sich vor einigen Jahren auch einer Hallux-valgus-Operation unterzogen und ihr ist es leider nicht so gut ergangen wie mir. Das mit der Sehnenanpassung hat bei ihr nicht recht funktioniert und ein Zeh steht etwas hoch. Außerdem hat sie hin und wieder Schmerzen.

Ich hatte Glück und mir hat eine Freundin aus eigener Erfahrung einen sehr guten Arzt empfehlen können.

Meine Freundin hat diesen Arzt übrigens über ihre Krankenkasse gefunden. Die Krankenkasse darf zwar Ärzte nicht bewerten und somit auch keine Empfehlung aussprechen. Sie konnten ihr aber Chirurgen mit einer hohen Zweitoperations-Rate nennen. Da viele Patienten sich letztendlich an beiden Füßen operieren lassen und sich nur ein zweites Mal für denselben Arzt entscheiden, wenn sie zufrieden waren, war das ein guter Tipp.

 

Erfahrungsbericht von Paola: Konservative Behandlung des Hallux valgus

Paola (38) hat seit ihren frühen Zwanzigern Hallux valgus und versucht, den Beschwerden mit konservativen Maßnahmen entgegenzuwirken.

Paola trägt nachts eine Schiene zur Korrektur des Hallux valgus

Hallux Schiene
Wie äußern sich Deine Beschwerden am Fuß?

Paola: Ich habe an beiden Füßen einen Ballenzeh, der in den letzten ca. 15 Jahren immer stärker geworden ist. Der große Zeh bewegt sich über den Nachbarzeh, was ein unangenehmes, schmerzhaftes Gefühl verursacht. Ich kann ihn so bewegen, dass er richtig steht, aber er verfällt immer wieder in die Fehlposition zurück.

Irgendwann habe ich komplett aufgehört, hohe Schuhe zu tragen, da das die Schmerzen verstärkt hat. Aber spüre ich auch bei ganz alltäglichen Bewegungen, wie zum Beispiel Fahrrad fahren, wie es im Fuß zieht.

Auch wenn die großen Zehen an beiden Füßen schief stehen, habe ich die Schmerzen vor allem im rechten Fuß.

Warst Du wegen des Hallux valgus beim Arzt?

Paola: Ich war schon häufig beim Orthopäden. Hauptsächlich war ich wegen Rücken- und Beinschmerzen dort (die übrigens ebenfalls rechts stärker als links sind). Im Rahmen der Untersuchungen haben mich Ärzte früh auf den Hallux valgus hingewiesen. Vor einiger Zeit habe ich den rechten Fuß röntgen lassen und auf dem Röntgenbild sieht man deutlich, wie schief der Zeh ist. Leider ist auch eine anfangende Arthrose am Knochen erkennbar.

Da ich seit langem Schuheinlagen trage, wurde ich übrigens auch vom orthopädischen Schuhmacher immer wieder beraten.

Was trägst Du für Schuheinlagen?

Paola: Insbesondere habe ich wegen der Rückenschmerzen angefangen, Einlagen zu tragen. Aber die Einlagen berücksichtigen auch die Fehlstellungen am Fuß. Zum einen wirkt die Mittelfußpelotte dem Senkfuß entgegen, der vermutlich den Hallux begünstigt oder sogar verursacht. Zum anderen haben sie vorne Zehengreifer, die die Zehen besser lagern. Es läuft sich sehr viel angenehmer mit den Schuheinlagen. Wenn ich sie nicht trage, merke ich richtig, wie der Fuß nach innen sackt und die Beine und Füße irgendwann zu schmerzen beginnen.

Trägst Du auch Schienen?

Paola: Ja, ich habe eine Nachtlagerschiene für den rechten Fuß (siehe Foto). Sie zieht den großen Zeh nach außen, was sehr entspannend wirkt.

Was ist mit Schienen für tagsüber?

Paola: Ich trage ohnehin schon recht geräumige Schuhe aufgrund meiner breiten Füße und der Einlagen … die Schuhe müssten aber noch sehr viel weiter sein, um darin zusätzlich noch Tagesschienen unterzubringen. Vor vielen Jahren hat mir ein Arzt auch mal empfohlen, einen Keil zwischen dem großen und dem benachbarten Zeh zu tragen. Klar, das wäre sicherlich gut, aber nicht realistisch. Erst recht nicht, wenn man jung ist und keine klobigen, orthopädischen Schuhe tragen möchte.

Apropos Schuhe, was für Schuhe trägst Du?

Paola: Wie gesagt, Absätze sind schon lange Tabu. Ausnahmen zu wichtigen feierlichen Anlässen bestätigen die Regel – das rächt sich dann aber auch sofort. Ich versuche, Schuhe zu finden, in die meine Einlagen passen. Im Idealfall haben sie ein Wechselfußbett, bei dem ich die Innensohle herausnehmen und durch meine eigene ersetzen kann. Außerdem ist wichtig, dass der Zehenbereich weich und nicht zu eng ist.

Ich habe schon viele Schuhe bei Brako gefunden. Timberland hat auch manchmal schön weite Modelle. In letzter Zeit habe ich LaShoe für mich entdeckt.

Inzwischen lege ich auf qualitativ hochwertige Schuhe viel wert und bin bereit, dafür auch etwas mehr zu zahlen, wenn nötig. Flipflops und Co. kommen nicht mehr in Frage.

Das Gute ist ja, dass es heute immerhin nicht mehr unmöglich ist, etwas weitere Schuhe zu finden, die kein modischer Fehltritt sind. Zu den Zeiten meiner Oma war das noch ganz anders. Sie hatte auch einen starken Hallux valgus. Um ihren dicken Knöcheln Raum zu verschaffen, hat sie in ihrer Verzweiflung tatsächlich Löcher in die Schuhe geschnitten, die sie im Haus und im Garten getragen hat!

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Machst Du auch Fußgymnastik?

Paola: Ja, in unregelmäßigen Abständen. Vor allem versuche ich, die verkürzte Sehne zu dehnen. Manchmal habe ich tagsüber so starke Schmerzen, dass ich am liebsten sofort die Schuhe ausziehen würde, um den Zeh vernünftig abspreizen zu können.

Kommt eine OP für Dich in Frage?

Paola: Bislang habe ich dieses Thema immer vor mir hergeschoben. Ich habe Sorge, dass es vielleicht nach der OP schlimmer ist als vorher. Aber vermutlich wird es irgendwann nicht mehr vermeidbar sein.

 

Ich möchte mich ganz herzlich bei Nadine & Paola bedanken, dass sie ihre Erfahrungen mit breitefuesse.de geteilt haben! Vielen Dank auch an Jacqueline, dass ich ihre Fußfotos vor und nach der OP verwenden darf!

 

Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Deines Vertrauens! Ich übernehme keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

 

 

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10 Tipps für Leute mit breiten Füßen

Top 10: Zehn Tipps für Leute mit breiten Füßen

10 Tipps für Leute mit breiten Füßen

Einfach nur weite Schuhe finden als solches ist heutzutage eigentlich kein Problem mehr. ABER: Weite Schuhe zu finden, die trotzdem modisch und noch dazu gesund sind, ist eine Herausforderung! Im Folgenden habe ich Euch meine 10 wichtigsten Tipps für den Umgang mit der Auswahl und dem Tragen von Schuhen für „junge und junggebliebene Breitfüßler“ zusammengestellt:

 

10 Tipps für Leute mit breiten Füßen

 

1)    Die eigene Fußweite herausfinden und gezielt Schuhe in der richtigen Weite suchen

Von Laden zu Laden zu rennen und sich zu wundern, dass kein Schuh passt, vergeudet Zeit und Nerven. Das kann man sich sparen, wenn man weiß, wonach man sucht. Viele Marken weisen die Weite von Schuhen inzwischen aus, z.B. durch die Klassifizierung „Wide Fit“, „Weite H“ oder ähnliche Weitenangaben. In meinem Blogbeitrag „Alles über Schuhweiten“ könnt Ihr lesen, wie man die eigene Fußweite herausfindet. Mit diesem Wissen könnt Ihr gezielt nach Schuhen suchen, die für Eure Schuhweite gemacht sind.

2)     Gute Marken und Schuhgeschäfte kennen

Um weite Schuhe zu finden, muss man wissen, wo man suchen muss. Unter „Schuhquellen“ habe ich Euch einige Marken zusammengestellt, die entweder weit ausfallen, weite Schuhe konkret ausweisen oder sogar exklusiv für breite Füße produzieren. Des Weiteren führt die Liste Online-Geschäfte auf, bei denen man die Filterkriterien direkt so einstellen kann, dass man nur nach Schuhen mit der eigenen Weite sucht. Ein Tipp für die Damen: Herrenschuhe fallen weiter aus als Damenschuhe. Auf der Suche nach Sneakern, Sport- und Wanderschuhen also evtl. auch mal die Herrenabteilung in Betracht ziehen.

3)    Schuhe im Internet suchen

Tatsache ist, dass die Schuhauswahl für Füße, die nicht dem Durchschnittsfuß entsprechen, sehr gering ausfällt. Folglich muss man relativ viel Zeit investieren, um in der kargen Auswahl auch noch was zu finden, was gefällt. Leichter als zehn Läden nacheinander abzuklappern ist es, Schuhe im Internet zu sondieren und entspannt durch die Lieblingsschuhquellen zu surfen, bis man fündig wird. Wenn man ein Paar Schuhe gefunden hat, das gefällt, kann man es ja ggf. immer noch im entsprechenden Laden anprobieren gehen, sofern es ihn in der Nähe gibt. Ansonsten: bestellen und bei Nicht-Gefallen zurücksenden.

4)     Nicht zu eng, nicht zu breit – den Mittelweg finden

Elbkäne, Ökolatschen, Medizintreter … klingt alles nach Laufen wie auf Wolken! Aber dem modischen Anspruch entsprechen vernünftige Schuhe oder Gesundheitsschuhe selten. Andererseits: quetscht man den Fuß in viel zu enge Modestücke, führt das zu Schmerzen und Blasen, langfristig auch gesundheitlichen Problemen, wie z.B. Hallux valgus, Hühneraugen und sonstigen ungewollten Konsequenzen. Unserer Gesundheit zuliebe auf der einen und dem ästhetischen Empfinden auf der anderen Seite, sollten wir Zeit in die richtige Schuhauswahl investieren und den bestmöglichen Kompromiss zwischen den beiden Extremen finden.

5)     Sportlich ist leichter als elegant

Minnie Maus schafft es, in hochgradig überdimensionalen Pumps stets bezaubernd auszusehen. Chapeau! Aber … im wahren Leben ist es nicht einfach, bei Fußweite H oder größer Eleganz zum eigenen Stil zu machen. Das heißt im Gegenzug aber nicht, dass man „stillos“ bleiben muss. Inzwischen gibt es so viele akzeptierte Modestile, die Komfort und Mode verbinden, dass die Entscheidung für einen lässigen, sportlichen und legeren Stil nicht schwer fällt. Sogar mit Kleidern darf frau heute Sneaker oder kräftige Boots kombinieren. Sportliche Schuhe, die dem Fuß Spielraum geben, sind deutlich leichter zu finden als grazile Designerschuhe.

6)     Nicht jeder Trend ist unpassend für breite Füße

Sicherlich geht so manche Modewelle an unsereinem vorbei, weil sie einfach nicht tragbar für breite Füße ist – umso schöner, dass der ein oder anderen Trend Menschen mit breiten Füßen sogar entgegenkommt! Ein paar Beispiele? Da wären u.a. die weiten Sommerschuhe von Crocs* . Birkenstocks* waren früher als öko verschrien gelten neuerdings als Modeaccessoire. Im Winter wären dann Ugg Boots* passende Pendants. Oder Dr. Martens* – die Modelle mit der Nummer 1460 sind z. B. sehr weit geschnitten. Viele Sneakermodelle fallen weit aus und sind modisch, z.B. die der Marken Skechers* , Boras* oder Camper* . Es gibt auch einige Nike Free* Modelle mit Wide Fit.

7)       Wechselschuhe für weitere Strecken einsetzen

Manchmal muss es dann allerdings doch schick sein, z.B. im Büro, beim Kundentermin oder bei feierlichen Anlässen. Ich persönlich trage auf der Arbeit jeden Tag Schuhe, die unbelastet/am Schreibtisch völlig in Ordnung sitzen, in denen ich aber keinen Kilometer gehen könnte, ohne mir Blasen zu laufen. Deshalb habe ich es mir angewöhnt, Wechselschuhe dabei zu haben: Für den Weg ins Büro nehme ich bequeme, sportliche Schuhe. Im Büro habe ich drei Paar Business-Schuhe, in die ich dann wahlweise wechseln kann. Für mich ist es ein guter Kompromiss, für weite Strecken andere Schuhe zu tragen. Es hat außerdem noch den angenehmen Nebeneffekt, dass Sohlen und Absätze meiner feinen Schuhe geschont werden und die Schuhe selten dreckig werden, da sie nie durch Nässe und Schmutz laufen müssen.

8)       Anpassungsfähige Materialien, elastische Schnürsenkel

Wenn der Fuß Platz braucht, ist es gut, wenn der Schuh an Druckstellen nachgibt. Gut sind daher Schuhe aus echtem Leder. Leder dehnt sich beim Eintragen und passt sich den Füßen an. Zur Not kann man mit Dehnungsspray* oder Schuhspannern* nachhelfen – siehe hierzu auch meinen Beitrag „Maßgeschneiderte Schuhspanner basteln“.

Aber auch aus Stoff/synthetischen Materialien gibt es sehr dehnbare, anpassungsfähige Schuhe. Genannt seien hier als Beispiel Skechers Go Walks*, Nike Free* oder Leguano Barfußschuhe*. An dieser Stelle muss außerdem ein ganz aktueller Trend erwähnt werden: Sockboots. Socken mit Sohlen – extrem bequem!

Was natürlich auch beim Thema „nachgebende Schuhe“ hilfreich ist, sind Schnürungen oder verstellbare Riemen, die an den besonders weiten Stellen Raum lassen. Bei manchen Schuhen verwende ich übrigens elastische Schuhbänder*. Die geben nicht nur nach, sie haben auch den Vorteil, dass man sich das Schuhe schnüren spart und kein Schleifenknoten unter den Hosen hervorschaut.

9)       Optische Kniffe ausnutzen: die Schuhspitze muss nicht quadratisch sein

Die meisten Medizinschuhe, die es unter den so genannten Komfortschuhen so gibt, sind nicht nur breit, sondern sehen auch so aus. Klobige Sohlen und quadratische Schuhspitzen sind daran meist nicht ganz unschuldig. Es gibt aber auch Schuhe, die von innen weiter sind, als man es vom Aussehen vermuten würde. Es spricht nicht unbedingt etwas dagegen, dass Schuhe vorne spitz zulaufen, solange sie im Zehen- oder Zehenknöchelbereich weit genug sind. Zierliche Elemente nehmen Schuhen manchmal ihre Klobigkeit. Optische Brüche, wie z.B. Nähte, lockern die Optik auf und lenken von der Schuhbreite ab. Möglich ist es natürlich auch, die Flucht nach vorne anzutreten und modische Schuhe zu wählen, die mit der eckigen Form spielen, z.B. Mokassins oder Lederschuhe mit Karreespitze.

10)    Gute Qualität kaufen, auf den Schuh Acht geben

Zum einen ist es schwer, mit breiten Füßen schöne Schuhe zu finden. Des Weiteren quetscht man sich vielleicht mit breiten Füßen doch hin und wieder Schuhe, die objektiv betrachtet weiter hätten sein können und muss sie dadurch mühsam einlaufen, bis sie sitzen. Umso wichtiger ist es, dann wenigstens lange etwas von den schwer ergatternden Schuhen zu haben! Es lohnt sich also umso mehr, eventuell auch mal ein paar Euro mehr auszugeben und in gute Qualität zu investieren. Hat man dann die Wunschschuhe gefunden, hilft gute Pflege, also bspw. regelmäßig Schuhcreme auftragen, um das Leder geschmeidig zu halten, Imprägnierspray* gegen Nässe verwenden und Schuhspanner* für die Aufbewahrung einsetzen.

 

 

 

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Schuhweite messen

Alles über Schuhweiten

Schuhweite messen

Um online Schuhe kaufen zu können, empfiehlt es sich, die eigenen Fußmaße zu kennen. Und zwar nicht nur die Schuhgröße, sondern auch die Schuhweite.

Wie messe ich meine Schuhweite?

Zwei Tipps vorab:

  • Am besten lässt man eine zweite Person die Schuhweite ablesen, da beide Füße während des Messens gleichmäßig belastet und parallel auf dem Boden stehen sollen.
  • Immer beide Füße messen. Oft sind Füße nicht symmetrisch. Der größere Wert ist im Zweifel entscheidend.

Und so misst man die Schuhweite nach dem in Deutschland gängigsten Weitensystem:

Die Schuhweite misst man ganz einfach mit einem Maßband. Man platziert es unter dem unbekleideten Fußballen und führt es an der breitesten Stelle nach oben zusammen, also um den Ballen des großen und des kleinen Zehs. Nun einfach in der Tabelle ganz unten die abgelesene Zentimeterzahl in der Spalte der eigenen Schuhgröße suchen und die Schuhweite im Kopf der Spalte ablesen.

Schuhweiten werden meist durch die Buchstaben C bis M gekennzeichnet, wobei Weite C für sehr schlanke und M für sehr kräftige Füße steht. Die Schuhhersteller sind sich uneins, welche Passform als „normale“ Schuhweite bezeichnet wird: meist ist es Weite G, manchmal aber auch F. Wie bei anderen Kleidungsstücken auch, fallen Größen bei jeder Schuhmarke unterschiedlich aus und man muss herausfinden, welche Marken einem passen. Ich selbst habe z.B. Weite H. Schuhe der Marke Ara passen mir teilweise auch mit Weite G, während mir die Schuhe von Sioux leider auch in Weite H zu eng sind.

Auf meiner Seite Schuhquellen findet Ihr eine Auflistung von Schuhgeschäften und -marken, die Schuhweiten explizit ausweisen bzw. bei denen man nach bestimmten Schuhweiten suchen/filtern kann.

Es gibt verschiedene Systeme zum Messen der Schuhweite

Der oben erklärte Standard ist der hierzulande gängigste. Einige Schuhmarken verwenden jedoch auch andere.

In den USA und teilweise Großbritannien ist folgendes System zum Kategorisieren von Schuhweiten verbreitet:

A, B, C, D, E, EE, EEE, EEEE, F, G (von schmal nach weit) oder auch 4A, 3A, 2A, A, B, C, D, E, 2E, 3E, 4E, 5E, 6E bzw. weitere ähnliche Varianten. Die Marken New Balance (NB), Asics und Clarks, zum Beispiel, verwenden diese Bezeichnungen. Meist entsprechen Schuhe mit Weite D der Standardweite und ab E wird die Passform weiter als durchschnittlich. Wobei auch hier gilt: die Weiten fallen bei den einzelnen Herstellern unterschiedlich aus. Siehe hierzu auch den gesonderten Beitrag zu weiten Sportschuhen.

Bei britischen Marken setzt sich derzeit verstärkt der Begriff “Wide Fit” für weite Schuhe durch, wobei nicht näher definiert wird, wie weit dieser Schuh mit Mehrweite dann genau ist.

Für Kinderschuhe sieht man hierzulande häufig das WMS-System, welches Schuhe in die Kategorien weit, mittel und schmal einteilt. Mehr Infos darüber erfahrt Ihr im Beitrag: “Weite Kinderschuhe“.

Schuhweite ist nicht Schuhbreite

Wie Ihr oben gelesen habt, messt Ihr zur Ergründung der Schuhweite den Fußumfang (Ballenumfang oder Ballenmaß). Es gibt auch Methoden, die einfach nur die Fußbreite von links nach rechts messen, genau wie man die Schuhgröße durch die Länge des Fußes misst. Genauer gesagt misst man die Fußbreite in Millimetern.

Dieses System nennt man Mondopoint. Es wird durch die Norm ISO 9407 definiert. Das Verfahren hat sich bei bestimmten Sportschuhen durchgesetzt, z.B. Skischuhen.

Schuhweiten-Tabelle

Tabelle: Schuhweite nach Ballenumfang in cm
Deutsche
Schuhgröße
Weite C Weite D Weite E Weite F Weite G Weite H Weite K Weite M
35 19,7 20,2 20,7 21,2 21,7 22,2 23,2 23,7
36 20,1 20,6 21,1 21,6 22,1 22,6 23,6 24,1
37 20,5 21,0 21,5 22,0 22,5 23,0 24,0 24,5
38 20,9 21,4 21,9 22,4 22,9 23,4 24,4 24,9
39 21,3 21,8 22,3 22,8 23,3 23,8 24,8 25,3
40 21,7 22,2 22,7 23,2 23,7 24,2 25,2 25,7
41 22,1 22,6 23,1 23,6 24,1 24,6 25,6 26,1
42 22,5 23,0 23,5 24,0 24,5 25,0 26,0 26,5
43 22,9 23,4 23,9 24,4 24,9 25,4 26,4 26,9
44 23,3 23,8 24,3 24,8 25,3 25,8 26,8 27,3
45 23,7 24,2 24,7 25,2 25,7 26,2 27,2 27,7
46 24,1 24,6 25,1 25,6 26,1 26,6 27,6 28,1
47 24,5 25,0 25,5 26,0 26,5 27,0 28,0 28,5
48 24,9 25,4 25,9 26,4 26,9 27,4 28,4 28,9
49 25,3 25,8 26,3 26,8 27,3 27,8 28,8 29,3
50 25,7 26,2 26,7 27,2 27,7 28,2 29,2 29,7

 

 

 

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Maßgeschneiderter Schuhspanner selbstgemacht

Maßgeschneiderte Schuhspanner basteln

Ein Experiment

„Was nicht passt, wird passend gemacht“, dachte ich mir vor einigen Monaten – und bastelte mir meine eigenen, maßgeschneiderten Schuhweiter.

Selbst wenn ich mir weite Schuhe kaufe, drücken sie am Anfang oft stark. Meine persönlichen „Problemzonen“ sind dabei die kleinen Zehen und die Grundgelenke der großen Zehen, die bei mir recht prominent herausstehen.

Schuhe mit herkömmlichen Schuhspannern* zu dehnen, ist nicht effizient, denn wenn die Schuhe im Großen und Ganzen passen, muss ich sie ja nicht rundherum ausbeulen, sondern nur an den besagten Druckstellen schon mal etwas vordehnen, bevor meine geschundenen Füße es tun müssen. Daher kam die Idee, mir einen individuellen Schuhweiter zu basteln. Die Idee ist vielleicht etwas verrückt, aber durchaus wirksam. An dieser Stelle berichte ich Euch von meinen Erfahrungen.

So bin ich vorgegangen

  • Zunächst habe ich im Baumarkt eine große Platte Styrodur* gekauft, auch Hartschaumplatte genannt. Kosten: € 3,30 für eine 20 mm dicke Platte (125 cm x 60 cm – eigentlich viel zu viel Material).
  • Dann habe ich meinen Fuß auf die Platte gestellt, die Kontur abgezeichnet und angefangen, entlang der Linie zu schneiden: Zunächst habe ich es mit einem Teppichmesser versucht, bin dann aber zu einem kleinen, gezackten Brotmesser übergegangen. Das Material war ganz gut zu bearbeiten.
  • Das erste Ergebnis war verblüffend: Meine Fußsilhouette war so viel breiter als die Schuhsohle meines Schuhs, dass die Form so gar nicht erst in den Schuh gepasst hätte. Natürlich wusste ich, dass Füße in Schuhen tendenziell zusammengedrückt werden, aber zu sehen, in welchem Maße, hat mich doch überrascht!
  • So war mit dem Schuhspanner nichts anzufangen, denn er war viel zu breit. Also habe ich Stück für Stück etwas an den Seiten abgenommen. Letztendlich habe ich sogar die „Zehen“ oben abgeschnitten, da ich wollte, dass der größte Druck auf jeden Fall an besagten Problemstellen ausgeübt wird.
  • Des Weiteren musste ich die eckigen Kanten an den Seiten noch abrunden, sodass sie der Form des Fußes besser gerecht wurde.
  • Schnippeln, probieren, mit dem echten Fuß vergleichen, schnippeln, probieren …
  • Voilà: knarzend und vorsichtig kann ich nun meinen Styrodurfuß in meinen Schuh einsetzen.

 

Bewertung

  • Mein erstes Learning war zugegebenermaßen, dass man Stoffschuhe eigentlich nicht wirklich signifikant dehnen kann.

Dehnen empfiehlt sich nur für Schuhe aus echtem Leder. Schuhe aus Stoff, Kunstleder und Plastik sollten nicht nachträglich verformt werden.

  • Inzwischen habe ich jedoch so manchen Lederschuh gefügig gemacht und bin von meiner Kreation ganz angetan.
  • Auch bei Echtleder sollte man das Dehnen nicht übertreiben, sonst könnte das Material rissig werden. Es geht nur um ein leichtes Andehnen bei Schuhen, die im Grunde schon so gut wie passen.
  • Logisch, dass der Schuh dadurch nicht „schöner“. Aber ich fand die Weitung nie wirklich sichtbar und … wenn ich die Wahl habe, ob der Schuhspanner den Schuh dehnt oder mein Fuß das übernehmen muss, ist mir der Schuhspanner 100x lieber.
  • Mit meiner Materialwahl bin ich recht zufrieden. Ich hatte zunächst an Holz gedacht, aber ich habe weder die Kenntnisse noch die Werkzeuge, um dies selbst zu bearbeiten. So oft, wie ich nachgearbeitet habe, hätte ich diese Arbeit auch nicht fremdvergeben können und wollen.
  • Das Styrodur ist stabiler als Styropor und recht einfach zu bearbeiten. Beim Einsetzen des Schuhweiters achte ich darauf, behutsam vorzugehen. Bis jetzt ist immer alles heil geblieben.

Es muss schneller gehen?

Natürlich möchte man das neue Paar Schuhe mitsamt Schuhspannern nicht erstmal geraume Zeit in die Ecke stellen und dehnen, bevor man es tragen kann. Deshalb kann man (muss aber nicht) dem Dehneffekt ggf. nachhelfen, indem man Dehnungsspray* verwendet. Dieses erhält man im Schuhgeschäft oder online. Man trägt es von innen und außen auf die zu dehnende Stelle des Schuhs auf, setzt den Schuhspanner ein (oder: den eigenen Fuß) und lässt es trocknen. Das Leder passt sich der Form des Schuhspanners/des Fußes an.

Dies soll übrigens auch mit Essig, Spiritus, Urin (!) oder heißer Fönluft funktionieren. Diesbezüglich habe ich jedoch keinerlei Erfahrungen vorzuweisen, von denen ich berichten könnte.

 

Leider ahnte ich zu der Zeit, als ich meine Schuhspanner gebastelt habe, noch nicht, dass ich einmal meine Schuh-Erfahrungen in einem Blog teilen würde – sonst hätte ich mir mehr Mühe beim Fotografieren meines kreativen Chaos’ gegeben. Ich hoffe, es reicht trotzdem für einen Eindruck und schreckt niemanden vom Ausprobieren ab.

Viel Spaß beim Nachbasteln!

 

 

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Weite Kinderschuhe

Weite Kinderschuhe

Weite Kinderschuhe

Die Schuhe fürs Kind sind an sich ja schon so ein Thema. Gute Kinderschuhe kosten fast so viel wie Schuhe für Erwachsene und kaum hat man sie gekauft, sind die Kinderfüße schon wieder rausgewachsen. Über den „Akt“ des Schuhekaufens an sich ganz zu schweigen. Wenn die kleinen Kinderfüße dann auch noch überduchschnittlich breit (oder schmal) sind, ist die Herausforderung perfekt. Aber wie für Erwachsene gibt es auch für Kinder mit breiten Füßen besonders weite Schuhe. Hierbei kann man sich ganz gut am WMS-System orientieren.

Wenn Kinder überdurchschnittlich weite Füße haben, hilft das WMS-System

WMS ist ein Siegel des Deutschen Schuhinstituts, welches neben kinderfuß-gerechter Passform und schadstoffgeprüften, atmungsaktiven Materialien auch standardisierte Schuhgrößen und Schuhweiten verspricht. Dabei kategorisiert das Weiten-Maß-System (WMS) Kinderschuhe in weit, mittel und schmal ein.

Dem Standard haben sich einige namhafte Schuhhersteller angeschlossen: Däumling, elefanten (Deichmann), Filii, KangaROOS, Kappa, Lurchi (Salamander), Richter, Ricosta und Superfit. Wenn man weiß, wo man suchen muss, findet man eine relativ große Auswahl an weiten Schuhen, die Kinderfüße den richtigen Halt geben und dabei nicht einengen.

Weite Kinderschuhe im Internet finden

Wer Schuhpreise besser vergleichen will und sich den Gang ins Schuhgeschäft sparen möchte, kann sich auch im Netz nach den oben genannten Marken umsehen. Es gibt einige Online-Shops, die markenübergreifend Kinderschuhe anbieten und deren Suchmaske über einen Filter für Schuhweite verfügt. Genannt seien hier beispielsweise:

  • Gebrüder Götz(der Weite-Filter befindet sich unter Weitere Filter > Passform)
  • Salamander* (der Weite-Filter befindet sich unter Kinder > Mehr Filter > Weite)
  • Schuh Germann* (der Weite-Filter befindet sich unter Kinder > Filter > Weite)
  • Deichmann* (“weit” in Suche eingeben, Filter: Kinder)
  • Mirapodo* (der Weite-Filter befindet sich links unter Schuhweite)

Auf Turnschuhe für Kinder gehe ich noch einmal genauer in meinem Beitrag “Weite Sportschuhe finden” ein.

Voraussetzung für den Schuhkauf im Internet ist, dass man die Fußmaße (also Schuhgröße und Ballenmaß) des Kindes kennt.

WERBUNG

„Lauflernschuh

Mid-Cut Sneaker
elefanten • Weite: W (WMS)

„Lauflernschuh Lauflernbootie
Ricosta • Weite: W (WMS)

Gore-Tex Schnürbootie
Superfit • Weite: W (WMS)

„Breiter Gore-Tex Stiefel
Superfit • Weite: W (WMS)

 

Kinderfüße richtig messen

Kinderfüße wachsen schnell, sind sensibel und verändern sich ständig. Deshalb ist es wichtig, auf Schuhe zu achten, die nicht einengen und dadurch Fehlstellungen fördern. Da man von Kindern je nach Alter gar keine oder zumindest keine rundum objektive Rückmeldung bekommt, ob ein Schuh passt, sollte man die Füße regelmäßig messen oder messen lassen.

Die Messung der Fußbreite zusätzlich zur Fußlänge kann man in Schuhgeschäften durchführen lassen, die WMS-Schuhe führen. Auch Kinderärzte verfügen oft über ein WMS Messgerät.

Wer die Füße selbst vermessen möchte, kann beispielsweise auf folgende Methoden zurückgreifen:

Maßband oder ZentiMetrix: Die wahrscheinlich kostengünstigste Lösung ist, die Kinderfüße mit einem flexiblen Maßband zu vermessen. Die Messdaten kann man auf der Webseite von ZentiMetrix eingeben und erhält Schuhgröße und –weite des Kindes. Anstelle eines Maßbandes bietet ZentiMetrix auch ZentiMetrix-Messrolle* an.

Clevermess: Der Clevermess ist ein kleines, elektronisches Gerät, mit dem man sowohl Füße als auch Schuhe vermessen kann und somit abgleicht, ob die Schuhe passen. Erhältlich z.B. bei Amazon*.

WMS Messgerät: Das WMS Messgerät misst mechanisch mit Schiebern Länge und Weite der Kinderfüße. Der Anschaffungspreis ist leider nicht ganz ohne, die Bedienung dafür umso leichter.

Allgemeine Anmerkungen: Vorm Vermessen der Füße sollte das Kind ein paar Schritte ohne Schuhe gelaufen sein. Stets beide Füße messen und sich beim Schuhkauf ggf. am größeren Fuß orientieren.

 

Weitere Tipps

Abgesehen von den Herstellern, die sich offiziell dem WMS-System angeschlossen haben, gibt es noch andere Marken, die weite Passformen bei Kinderschuhe konkret angeben. Die Marke Bama unterscheidet zwischen mini, midi und maxi. So eignen sich Schuhe mit der Bezeichnung „Bama Maxi Echtform“* gut für breite Kinderfüße (-> auf das “Maxi” in der Produktbeschreibung achten!). Vado weist Mehrweite, wie das WMS-System, mit dem Attribut „weit“ aus.

Weit fallen auch oft die folgenden Marken aus: Bearpaw, Crocs, Ecco, El Naturalista, Froddo, Geox, ID Nature, Primigi oder Ugg. Wie auch bei Erwachsenen ist es leichter, sportliche Schuhe (z.B. Nike, Adidas, Salomon …) oder Wanderschuhe zu finden als normale/schicke Schuhe.

Wenn der Kinderfuß nicht nur breit ist, sondern auch einen hohen Spann hat, empfehlen sich Schuhe mit einem flexiblen Verschluss, also Schnürschuhe oder Schuhe mit Klettverschluss, sodass man hier noch etwas Spielraum hat, um den Innenraum zu vergrößern. Notfalls auch mal 1-2 Größen größer anprobieren.

 

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