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Weite Wanderschuhe

Weite Wanderschuhe und -stiefel

Weite Wanderschuhe

Glücklicherweise gibt es verhältnismäßig viele Wanderschuhe, die breiten Füßen gerecht werden. Ich habe mich einmal für Euch umgesehen.

In diesem Blogbeitrag stelle ich Euch elf Schuhhersteller vor, die weite Wanderschuhe und Wanderstiefel anbieten. Manche dieser Hersteller haben keine Online-Shops oder in ihren eigenen Shops keine Filterfunktion, mit der man die weiten Modelle schnell finden kann. Ich verlinke Euch aber jeweils einige weit geschnittenen Modelle der vorgestellten Marken unter jedem Absatz. Außerdem liste ich Euch weiter unten ein paar markenübergreifende Läden auf, bei denen ihr weitere Modelle und Marken findet.

Inhalt:

Nota bene: Ihr solltet Wanderschuhe stets in einer halben bis ganzen Nummer größer als Eurer üblichen Schuhgröße bestellen. Weitere Tipps rund um den Wanderschuhkauf gibt es überall im Netz, drum erspare ich uns weitere Ausführungen hier und konzentriere mich im Folgenden ganz auf das Thema „weite Passform“ bei Wanderschuhen. Das Wort Wanderschuhe verwende ich übrigens als Überbegriff für Schuhe und Stiefel sämtlicher Kategorien, die es auf diesem Gebiet so gibt: Hiking, Zustieg/Approach, Trekking, Berg, Expedition etc.

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Weiter Wanderschuh Trekkingstiefel Herren
Jomos • Weite H (weit)

Weite Trekkingschuhe Trekkingschuh Damen
Waldläufer • Weite H (weit)

breite Wanderschuhe

Alta Bunion Damen
Hanwag • Hallux Valgus

Weiter Bergschuh

Wanderschuh Herren
Keen • Wide fit (weit)

Hersteller weiter Wanderschuhe

Im Folgenden stelle ich Euch elf Schuhhersteller vor, die weite Wanderschuhe anbieten. Ich erläutere dabei jeweils die Leistenformen bzw. wie ihr die weiten Schuhmodelle finden/erkennen könnt und verlinke Euch weite Wanderschuhe der Marke.

Meindl
1) Meindl

Die Wander- und Bergstiefelmarke Meindl stellt ihre Schuhe in drei verschiedenen Weiten her: schmal, mittel und weit. „Weit“ bedeutet, dass der Ballenumfang um 10 mm weiter ist als bei Schuhen mit dem Attribut „mittel“.

Für diejenigen, die nicht insgesamt hohe bzw. breite Füße haben, sondern nur einen weiteren Vorderfuß (z.B. durch Hallux Valgus, d.h. Schiefstand der Großzehe sowie hervorstehendes Großzehengrundgelenk) eignen sich Schuhe der ComfortFit®-Linie. Diese bieten mehr Platz im Ballen- und Zehenbereich, sind aber an der Ferse regulär geschnitten.

  • Trekkingstiefel, Comfort fit, hoch, Modell “Guffert GTX”: Herren*
  • Wanderstiefel, Comfort fit, hoch, Modell “Antelao GTX”: Herren* / Damen*
  • Hiking Schuhe, Comfort fit, Halbschuhe, Modell “Balancing”: Herren* / Damen*
Hanwag
2) Hanwag

Hanwag verwendet diverse verschiedene Leistenformen. Für breite Füße interessant sind dabei die Formen „Wide“ sowie „Bunion“. „Wide“ bietet rundum mehr Platz im Vorfuß- und Ballenbereich. „Bunion“ ist die englische Bezeichnung für Hallux Valgus. Diese Modelle sind zur Innenseite, also am großen Zeh, weiter geschnitten. Die Leistenform ist oft im Modellnamen der Schuhe verankert.

Lowa
3) Lowa

Auch Lowa bietet bei den Outdoorschuhen für verschiedenstes Terrain unterschiedliche Leistenweiten, nämlich: schmal (S), Standard, weit (W) sowie extraweit (WXL). Oft gibt es das gleiche Schuhmodell mit verschiedenen Leistenweiten. Deshalb ist es wichtig, auf die Weite zu achten. Aber Achtung: Die Abkürzung „W“ im Modellnamen ist leider nicht eindeutig, da sie auch Damenschuhe (Women) verwendet wird.

Keen
4) Keen

Der amerikanische Footwear-Hersteller Keen bietet ca. eine Hand voll Modelle weiter Wanderschuhe an –allerdings nur Herrenmodelle. Zu erkennen sind diese Schuhe am Zusatz „Wide“ oder „Wide Fit“ im Modellnamen. Laut Hersteller sind außerdem einige Linien generell etwas weiter als Standard im Zehenbereich, u.a. Newport, Targhee II, Austin und Presidio.

New Balance
5) New Balance

Die Sportschuh-Marke New Balance bietet ein paar Hiking- und Trailschuhe in Weit an (Den Links folgen und die Weite in linker Spalte filtern).

Salomon
6) Salomon

Salomon sind vor allem etwas für diejenigen, die Goretex-Schuhe (GTX) Lederschuhen vorziehen. Bei der Marke gibt es neben der schmalen und der Standardpassform auch noch die „Lockere Passform“ sowie die „Breite Passform“. Letztere ist am Zusatz „Wide“ im Modellnamen erkennbar.

AKU Wanderschuhe
7) Aku

Aku, ein italienischer Spezialist für – meiner Meinung nach sehr formschöne und stilvolle – Trekking- und Wanderschuhe, arbeitet mit diversen Leistenarten. „Relaxed fit“ ist die Wahl für etwas (!) stabilere Füße.

Bär
8) Bär

Ein breiter Zehenbereich ist charakteristisch für die Schuhe von Bär – so auch für Wander- und Trekkingschuhe. Denn die deutsche Schuhmarke schreibt sich grundsätzlich „100 % Zehenfreiheit“ auf die Flagge.

Tessamino
9) Tessamino

Auch Komfort-Schuh-Hersteller Tessamino ist ein Freund breiter Füße und bietet einige Wanderschuhe in Weite H. (Ggf. über den Filter „Weite“ Suche einschränken.)

Under Armour
10) Under Armour

Von Under Armour gibt es under der Rubrik „Wanderschuhe und Tactical“ (Passform-Filter: Wide) immerhin für Männer ein paar Geländestiefel.

Columbia
11) Columbia

Bei Columbia gibt es keine Modelle, die als weit gekennzeichnet sind. Der Hersteller selbst empfahl mir jedoch auf Nachfrage hin die Peakfreak Kollektion* für stabilere Füße, da diese besonders weit ausfällt. Aus eigener Erfahrung kann ich auch das Modell Redmond als weit und bequem empfehlen – siehe Titelbild des Beitrags rechts. Dieses ist sowohl für Damen* als auch für Herren* erhältlich.

 

Markenübergreifende Geschäfte für weite Wanderschuhe

Natürlich gibt es unzählige Schuhläden, die Wanderschuhe verkaufen. Doch nur in wenigen kann man auch gezielt nach weiten Wanderschuhen filtern. Wer unabhängig von Herstellern nach Wanderschuhen mit Mehrweite suchen möchte, kann sich bei folgenden Online-Shops umsehen:

Schuh Keller

Bei Schuh Keller gibt es eine “Ecke” mit Outdoorschuhen, die Sonderwünschen gerecht werden. Aus der Seite “Schmal, extrabreit, Hallux” werden Wandersleut mit undurchschnittlicher Fußform fündig.

Vamos

Vamos bietet eine erfreulich große Auswahl an Wanderschuhen an. Neben Waldläufer sind viele der oben genannten Marken vertreten. Die Schuhweite ist stets unter den Modellen angegeben.

Der Online-Fachhandel für Schuhe, Gebrüder Götz, bietet bei allen Schuhen einen Weitefilter unter der Schaltfläche „Passform“, so auch für Wanderschuhe. Kleine Auswahl.

 

 

Ich wünsche Euch viel Erfolg bei der Schuhsuche und viel Spaß auf allen anstehenden Wandertouren!

 

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Kompressionsstrümpfe

Schuhsuche bei geschwollenen Füßen & Kompressionsstrümpfen

Schuhe und Kompressionsstrümpfe
Lipödem? Lymphödem? Allein von Lipödem ist im deutschsprachigen Raum ungefähr jede 8. Frau betroffen – trotzdem ist die Krankheit relativ unbekannt. Da sich Lipödem/Lymphödem letztendlich durch geschwollene Füße und der Notwendigkeit von Kompressionsstrümpfen auch auf die Schuhsuche auswirken, ist das für breitefuesse.de Anlass genug, das Thema einmal genauer zu betrachten.

Ich freue mich sehr, dass ich hierzu tatkräftige Unterstützung von Christina erhalten habe, die sich zu einem Interview bereit erklärt hat! Sie ist selbst Betroffene, kämpft unbeirrt gegen das Fortschreiten ihrer Symptome und engagiert sich außerdem stark in der Aufklärung über ihr Krankheitsbild.

Wir hoffen, mit dem Interview Betroffene zu erreichen – vielleicht sogar die ein oder andere, die von ihrer Krankheit bislang noch nicht weiß, aber bereits unter ihren Folgen leidet. Des Weiteren würde ich mich freuen, wenn der Beitrag nicht nur für Lipödem-Betroffene interessant ist, sondern auch für diejenigen, die aus anderen Gründen Kompressionsstrümpfe tragen und die Herausforderung bei der Schuhsuche kennen, die das mit sich bringt.

Inhalt:
Interview:

Hallo Christina! Bitte stelle Dich doch unseren LeserInnen einmal vor. Was ist Deine Geschichte?

Christina: Gern! Kurz zu den Eckdaten: Ich bin 36 Jahre alt, komme aus Bayern, bin Mutter und berufstätig.

Bei mir wurde vor sechs Jahren Lipödem/Lymphödem diagnostiziert. Meine Beine waren immer schon sehr kräftig im Vergleich zum restlichen Körper. Damit konnte ich aber lange Zeit gut leben. Die mit der Krankheit oft einhergehenden Schmerzen kamen erst als ich Mitte/Ende 20 war. Eine Physiotherapeutin war es, die mich auf mein Lipödem aufmerksam gemacht und mich damit zum richtigen Facharzt, einem Phlebologen,  geschickt hat. Inzwischen habe ich Lipödem/Lymphödem im Stadium II.

Fester Sitz: Kompression an Armen & Beinen

Festen Sitz: Kompressionsbekleidung an Armen und Beinen

Ich trage Kompressionsstrumpfhosen, -ärmel und –handschuhe und bin jeden Tag gegen die Krankheit aktiv, z.B. in Form von Bewegung, Lymphdrainage und bewusster Ernährung.

Um über die Krankheit aufzuklären und um Mitstreiterinnen Mut zu machen, poste ich regelmäßig zu dem Thema in meinem Instagramprofil (zu finden unter dem Namen: christina_rick) und blogge bei „Frauensache“ auf www.deinestarkeseite.de, einer Plattform für ein Leben mit Lipödem. Für Frauensache bin ich auch als Botschafterin auf Infoveranstaltungen unterwegs.

Was ist denn Lipödem genau?

ChristinaLipödem ist eine chronische, fortschreitende Krankheit, die nicht konservativ heilbar ist. Sie hat zur Folge, dass Fettzellen an den Beinen und Armen ungewöhnlich strukturiert sind. Diese wachsen und wuchern anders als normale Fettzellen, verengen das Gewebe verhärtet sich. Auch wenn die Patientinnen dadurch an Umfang zunehmen, können sie das Fett durch Hungerkuren nicht wieder loswerden.

Das Ganze ist leider auch mit Schmerzen verbunden. Meine Unterschenkel und Füße fühlen sich schwer und gepresst an. Das fühlt sich für mich an wie eine Weißwurst kurz vorm Platzen. Abends ist es schlimmer als morgens. Die betroffenen Stellen werden sehr berührungsempfindlich – viele empfinden dauernd einen Druckschmerz. Aber auch ohne Berührung hat man oft stechende Schmerzen. Des Weiteren bekommt man sehr leicht Hämatome, auch wenn man sich gar nicht gestoßen hat.

Die Ursachen sind – wie vieles Weitere, was die Krankheit betrifft – noch nicht hinreichend erforscht. Es wird vermutet, dass sie zwar vererbbar ist, aber durch hormonelle Veränderungen ausgelöst wird.

Und was hat es mit Lymphödem auf sich?

Christina: Beim Lymphödem wird die Lymphflüssigkeit nicht mehr richtig durch Lymphgefäße abgetragen und es kommt zu Schwellungen, also Ödemen, im Gewebe. Dies kann verschiedene Ursachen haben und auch unabhängig von Lipödem auftreten.

Ganz oft bekommt man Lymphödem als Sekundärerkrankheit bei Lipödem – vermutlich weil die Lymphgefäße so von den verdickten Lipödemen eingeengt werden, dass die normalen Abläufe im Gewebe nicht mehr funktionieren können, wie sie es sollten.

Beim Schweregrad bei Lipödem/Lymphödem unterscheidet man zwischen vier Stadien. Ich selbst bin jetzt im Stadium II. Behandelt man die Krankheit nicht, werden die Beine so voluminös, dass sie beim Gehen ständig aneinander scheuern und Hautlappen über die Knie hängen. Das Gewebe verhärtet sich stark und es kann zu schweren Entzündungen kommen, Erysipel genannt. Im Stadium IV sind die Betroffenen meistens schlechter mobil oder sogar bettlägerig; im Volksmund wird dieses Stadium Elephantiasis, auch unschön Elefantenbeine genannt.

Während Lymphödeme Frauen wie Männer bekommen können, leiden an Lipödem übrigens fast ausschließlich Frauen.

Wie kann man die Krankheit behandeln?

Lipödem & Stil schließen sich nicht aus!

Mode und Lipödem schließen sich nicht aus!
Christina: Konservativ ist der Krankheit leider nicht beizukommen. Jedoch kann man das Fortschreiten verlangsamen oder sogar verhindern und die Beschwerden lindern. Die konservativen Maßnahmen haben alle das Ziel, dass die gestaute Lymphflüssigkeit aus den Extremitäten abfließt.

Zum einen gibt es da die Lymphdrainage. Das ist eine manuelle Therapie. Ein bisschen wie Massage, allerdings aufgrund der Schmerzen nur ganz sanft, fast wie streicheln. Ich gehe 2x die Woche zur Lymphdrainage.

Dann gilt es, Kompressionsbekleidung zu tragen. Ich trage meine Kompressionsstrumpfhosen und die Kompressionsärmel mit den Handschuhen konsequent von früh bis spät und kann das allen Betroffenen nur empfehlen, damit sich die Lymphflüssigkeit nicht staut und verhärtet. Auch und vor allem beim Sport.

Sport ist ein Stichwort, denn Bewegung ist unerlässlich bei Lipödem/Lymphödem!

Es gibt auch verschiedene Philosophien, wie man sich bei der Krankheit ernähren soll. Doch da gehen die Schulen recht weit auseinander: kein Alkohol, wenig Salz, Low Carb, basische Ernährung … alle Meinungen sind vertreten. Hierbei handelt es sich derzeit noch eher um Schwarmwissen als um wissenschaftlich erwiesene Tatsachen.

Ich war außerdem bereits zwei Mal mehrere Wochen bei einer stationären Entstauungstheraphie. Dort bekommt man 5x/Woche morgens Lymphdrainage und wird dann eng einbandagiert. Auch wenn man danach aussieht wie eine Mumie und man sich schlapp fühlt, muss man sich danach bewegen, damit durch die Muskelbewegung die gestaute Flüssigkeit in Bewegung gesetzt und ausgeschieden werden kann. In den Entstauungsphasen haben sich die Verhärtungen bei mir immer gelöst und meine Beine fühlten sich wieder weich an. Ich habe auch – was eigentlich fast ein bisschen der Lehre widerspricht – meinen Umfang reduzieren können.

Trotz der Fortschritte, die ich gemacht habe, leide ich weiterhin täglich unter starken Schmerzen und den Umständen, die die Krankheit für den Alltag mit sich bringt. Deshalb habe ich mich jetzt nach langem Überlegen entschlossen, mich operieren zu lassen.

Operation heißt in diesem Fall: Ein radikales Absaugen des krankhaften Fettgewebes . Dies sollte man natürlich nicht bei irgendeinem selbsternannten Schönheitschirurgen machen lassen, sondern möglichst bei jemandem, der sich spezialisiert und einen guten Ruf hat. Es gibt verschiedene Vorgehensweisen bei der Operation. Ich habe das Glück, privat versichert zu sein, dennoch bekomme ich die Kosten nicht voll erstattet. Bei einer Behandlung, die (in meinem Fall „nur“) aus zwei Liposuktion-OPs unter Vollnarkose besteht, trage ich Kosten von ca. 8000 Euro pro OP selbst.

Neben Schmerzen und ästhetischen Begleiterscheinungen, scheint die Krankheit ein ganz schöner Zeitfresser und Kostentreiber zu sein…

Christina: Das kann man so sagen. Lipödem/Lymphödem gilt nicht als Behinderung, doch man ist sowohl durch Schmerzen als auch zeitlich extrem eingeschränkt.

Ich empfinde die Versorgung durch Ärzte und gesetzlichen Krankenkassen auch nicht als bedarfsgerecht: Viele Ärzte wissen nicht genug über die Krankheit und Heilmittelverschreibungen zu bekommen ist ein Kampf. So kostet beispielsweise eine 60-minütige Lymphdrainage 50 – 55 Euro. Ein Rezept wird über sechs Behandlungen ausgestellt, mit Glück bekommt man noch ein zweites, danach jedoch keines mehr in dem Quartal. Man benötigt aber eigentlich 2 – 3 Behandlungen die Woche, schon allein wegen der Schmerzen.

Und der Zeitfaktor ist auch nicht ohne: das An- und Ausziehen sowie das Waschen der Kompressionsstrümpfe, die Termine bei der Lymphdrainage sowie das Rezepteinholen beim Arzt, tägliches Sporttreiben, Beine eincremen, Zeit für vernünftige Ernährung einplanen … da kommt was zusammen.

Christina in voller Kompressions-Montur

Lipödem Montur
Wo informierst Du Dich über Deine Krankheit?

Christina: Es gibt Patientenmagazine für Betroffene. Außerdem informieren die Strumpfherstellern teils sehr gut auf ihren Websites. Die deutschen Hersteller sind: Juzo, Medi, Bauerfeind, Jobst und Ofa.

Kannst Du noch ein paar Worte zum Thema Kompressionsstrümpfe sagen?

Christina: Ja, in der Ödemtherapie verwendet man spezielle Kompressionsbekleidung, mit so genanntem Flachstrick. Die Rundstrickstrümpfe ohne Naht, wie man sie z.B. aus dem Krankenhaus oder dem Flugzeug kennt, sind nicht geeignet, denn der Druck, den die Strümpfe ausüben, muss sich steigern je weiter sie sich vom Herzen entfernen. Und: Jedes Kleidungsstück wird maßgefertigt.

Die Kosten für eine Kompressionsausstattung sind nicht niedrig. Eine maßgefertigte Kompressionsstrumpfhose liegt bei ca. 600 Euro, mit Armstrümpfen und Handschuhen dazu ist man bereits bei 1200 Euro. Je nach Krankenkasse und Hartnäckigkeit bekommt man 2 bis 4x Kompression im Jahr bezahlt. Man kann davon ausgehen, dass ein Paar Strümpfe nach einem halben Jahr verschlissen ist.

Die Strumpfhosen müssen nach dem Tragen gewaschen werden, da sie sonst durch Hautrückstände rutschig werden. Wenn man nur ein oder zwei Paar Strumpfhosen besitzt, wird das dauernde Waschen zwischen dem Tragen natürlich zur Herausforderung.

Es gibt sowohl Kompressionsstrumpfhosen als auch –leggins. Bei den Strumpfhosen gibt es geschlossene oder die Variante mit offenen Zehen. Bei Lymphödem sollte man keine Leggins wählen. Die Strümpfe ohne Zehen werden zum einen gerne zur besseren Zehenbelüftung gewählt, zum anderen zum Tragen von Tragen von Flipflops/Zehentrennern*, wie z.B. dem Birkenstock Gizeh*. Letzteres funktioniert auch mit geschlossenen Strumpfhosen mit Zehenfach für den großen Zeh. Ich bevorzuge geschlossene Strümpfe.

Schön ist, dass es die Kompressionsbekleidung inzwischen in vielen verschiedenen Farben gibt. Neben dezenten Farben wie Schwarz, Anthrazit und Dunkelblau setze ich inzwischen auch gerne mal Akzente durch Trendfarben, wie z.B. Rot oder Pink.

Kommen wir zu dem Grund, warum Lipo-/Lymphödem ein Fall für breitefuesse.de ist: Wie wirkt sich die Krankheit auf die Füße aus?

Christina: Das Lipödem betrifft im ersten Stadium erstmal nur Beine und vielleicht auch Arme, während Finger und Füße schmal bleiben. Wenn das Lymphödem dazu kommt, schwellen irgendwann auch die Füße an und fühlen sich prall an. Bei Leuten, die ein reines Lymphödem ohne Lipödem haben, kann es übrigens auch sein, dass nur ein Fuß betroffen ist. Bei Lipo-/Lymphödem betrifft es beide Füße gleichermaßen.

Oftmals können sich die Füße kalt anfühlen oder auch brennen, manchmal sogar rissig werden.

Was sind die Aspekte, die bei der Schuhsuche mit Lipödem/Lymphödem zu beachten sind?

Christina: Da gibt es viele verschiedene. Folgende fallen mir spontan ein:

  • Fußumfang:
    Aufgrund der geschwollenen Füße passt man nicht in beliebige, enge Schuhe. Schade, denn je breiter die Schuhe sind, desto eher sehen sie aus wie Omaschuhe. Bei der Schuhsuche muss ich mich jedes Mal fragen: Wieviel Komfort möchte ich einbüßen, damit der Schuh gut aussieht?
  • Schutz der Kompressionsstrümpfe:
    Aufgrund der hohen Kosten für Kompressionsbekleidung sind Laufmaschen und Abrieb bei den Strümpfen natürlich ärgerlich. Ich setze alles dran, die Strümpfe pfleglich zu behandeln, sodass sie möglichst lange halten. Das bedeutet, dass ich zum Beispiel bei Schuhen darauf achte, dass ich nicht zu leicht herausrutsche. Bei Ballerinas ist das leider oft der Fall. Bei Pumps trage ich meistens Spangenpumps. Und apropos Pumps…
  • Hohe Schuhe:
    Je höher die Absätze, desto mehr Probleme machen die Lymphgefäße. 5-Zentimeter-Absätze gehen zwar noch, sind aber eigentlich schon unangenehm. Ich kenne keine Lipödembetroffene, die einen ganzen Abend in hohen Schuhen bestreiten kann.
  • Schaftweite bei Stiefeln:
    Aufgrund der kräftigen Unterschenkel passen grundsätzlich keine schmalen Stiefel. Es gibt aber inzwischen Stiefel mit extraweitem Schaft*.
  • Weicher Schaft bei Stiefeln:
    Der Grund, warum ich nicht gerne Stiefel oder auch Stiefeletten trage ist, dass der Schaft oft in die berührungsempfindliche Wade einschneidet. Der Schaft muss also nicht nur weit genug sein, sondern auch einen weichen, elastischen Abschluss (z.B. aus Gummi) haben. Ich ziehe Ankle Boots* daher höheren Stiefeln vor.
  • Leicht anziehbar:
    Mit den Kompressionsstrümpfen fällt es schwer, in Schuhe hineinzugleiten. Ich achte daher darauf, dass die Schuhe innen glatt sind, also zum Beispiel nicht aus Wildleder. Am besten ist es, wenn man sie zum Anziehen weit öffnen kann.
  • Atmungsaktive Schuhe:
    Durch das dichte Material der Kompressionsstrümpfe kommt ziemlich wenig Luft an den Fuß. Man sollte den Effekt nicht mit durch hermetisch abgeriegelte Schuhe verstärken. Deshalb achte ich auf atmungsaktive Materialien, also z.B. Leder oder Stoff statt Kunststoff.
  • Fußempfindlichkeit:
    Aufgrund der Druckempfindlichkeit darf der Schuh keine störenden, einschneidenden Nähte, Lederriemchen etc. haben.

Ganz schön viel zu beachten! Wo kaufst Du Deine Schuhe denn?

Sandalen & Kompression

Sandalen und Kompressionsstrümpfe
 Christina: Ich kaufe immer gerne bei Ara*, Jenny*, Caprice*, Jana*, Waldläufer*. Allerdings sind die Schuhe leider oft auch sehr klassisch aus. Ich schaue auch gern bei Gabor*. Bei Rieker* gefällt mir, dass sie oft elastisches Material verwenden. Skechers*sind schön leicht und manche Modelle haben ein glattes, weiches Fußbett aus Memory Foam. Außerdem fallen mir noch Ecco* und Giesswein* ein. Die Schuhe müssen Komfortweite oder Weite H haben.

Schöne und qualitativ gute Weitschaftstiefel, gab es früher  nur in wenigen Shops, aber inzwischen werden sie von mehreren Onlinehändlern angeboten , z.B. von Sheego*.

Und dann wäre da noch das Thema Hausschuhe. Ich trage immer welche daheim, um die Strümpfe zu schonen. Meine Pantoffeln kaufe ich am liebsten von der Firma Rohde*.

Sneaker sind noch die Schuhart, die ich am ehesten finde. Aber manchmal wünsche ich mir auch bequeme und dennoch feine Schuhe, die man auch mal zu einem Abendkleid anziehen kann und das ist schon recht schwer.

Damit Schuhe nicht so klobig wirken, wähle ich manchmal bewusst Schuhe mit Elementen, die den Schuh femininer erscheinen lassen: Satin-Schnürsenkel oder Satinstoff, Netzstoff mit Blumenmuster oder Farben wie Rot, Weiß oder Rosa.

Ein Wunsch wäre auch einfach mal schöne Sandalen. Oder Sommerschuhe, die Ton in Ton zu den Strümpfen passen und die Beine optisch verlängern. Schick und bequem gleichzeitig ist einfach eine Herausforderung.

Ich werde mich mal für Dich auf die Suche nach passenden Modellen für Dich begeben (siehe unten)! Du trägst also auch Sandalen, trotz Kompression?

Christina: Tja, die Frage ist wirklich eine Krux. Eigentlich denkt man sich natürlich, das ist ästhetisch ein No Go. Aber will ich mich quälen oder möchte ich wenigstens ein bisschen Luft an den ohnehin schon eingepackten Fuß lassen? Seit zwei Jahren trage ich an heißen Tagen auch offene Schuhe zur Kompression und bin bislang noch nie schief angeschaut oder angesprochen worden.

Auf Instagram habe ich hierzu mal eine Umfrage unter den Leserinnen gemacht, wer Sandalen trägt und herausgekommen ist, dass sich ungefähr die Hälfte dafür und die andere Hälfte dagegen entscheidet.

Abgesehen vom modischen Aspekt muss man hier allerdings zusätzlich auch wieder das Schonen der Strümpfe bedenken. Durch offene Schuhe holt man sich schnell mal Steinchen in die Schuhe, die schnell Laufmaschen verursachen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Nasswerden: Füße trocknen schnell, nachdem man z.B. durch eine taunasse Wiese gelaufen ist, aber nasse Strumpfhosen sind eher unpraktisch.

Christina, bevor wir zum Ende des Interviews kommen, möchte ich Dich noch fragen, welche Message Du den LeserInnen noch mit auf den Weg geben magst.

Christina: Täglich lese ich Posts, in denen sich Frauen für ihre Beine schämen, obwohl sie nicht einmal was dafür können, dass ihre Beine dick sind. Sie sind von einer Krankheit betroffen, wie andere von Kurzsichtigkeit oder Haarausfall.

Ich möchte allen betroffenen Frauen Mut machen, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern das Leben trotz der Erkrankung zu genießen und nicht aufzugeben!

Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass eine farbige Strumpfhose sogar sexy wirken kann, insbesondere wenn sie zusätzlich die Rundungen etwas strafft.

 

Schuhauswahl für Lipödem-/Lymphödem-Patientinnen

Im Nachgang zum Interview habe ich mich anhand der von Christina genannten Kriterien auf die Suche nach passenden Schuhen bei Lipödem/Lymphödem gemacht.

Ein allgemeiner Tipp zur Schuhsuche: Ich habe eine Liste mit Schuhgeschäften zusammengetragen, bei denen man weite, aber moderne Schuhe finden kann. Würde mich freuen, wenn sie Euch weiterhilft.

„Ich möchte auch mal etwas schickere Schuhe tragen, nicht nur klobige Oma-Schuhe“

Tja, weit aber schick – da sind wir bei der Gratwanderung, um die es auf breitefuesse.de eigentlich immer wieder geht. Auf der Suche nach guten Kompromissen für Lipödem-Patientinnen habe ich ein Paar Chelsea Boots, die ich selbst auch habe und gerne mag (gibt’s auch in rot) und ein paar Slipper formale, schwarze Halbschuhe ausgewählt, sowie zwei Paar Pumps mit Halt gebenden Riemchen – mit weiter Passform. Die Marke Brako fährt übrigens stark den Ansatz, den Christina erwähnte: Mehrweite durch feminine Elemente und Retro-Schick überspielen.

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Stiefelette Weite H

Chelsea Boot
Be Natural • Weite: H

Weite Halbschuhe Klassische Pumps
Comfortabel • Weite: H (weit)


Spangenpumps
Gabor • Weite: H

Riemchenballerinas
Brako • Weite: H

 

Weite Stiefel mit weichem Schaft

Gut, dass es inzwischen nicht mehr unmöglich ist, Stiefel mit weitem Schaft sowie Mehrweite am Fuß zu finden. Einige gute Quellen sind zum Beispiel

Alle im Folgenden ausgwählte Stiefel sind für kräftige Füße geeignet. Die Jana-Stiefel mit elastischem Einsatz hat Christina ausgewählt. Ich kann aus eigener Erfahrung die Stiefel von Joe Nimble empfehlen: Sie sind etwas teurer und optisch erstmal ungewohnt, aber auf den Barfußsohlen läuft man wie auf Wolken und das weiche Material schmiegt sich sehr bequem an Fuß und Bein an.

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Stiefel elastischer Schaft

Stiefel m. elastischem Schaft
Jana • Weite: H

Stiefel mit weitem Schaft Stiefel XXL-Schaft
Ulla Popken • Weite: H


Stiefel mit Barfußsohle

Stiefel m. Barfußsohle
Joe Nimble • sehr flexibel

Stiefel weiter Schaft

Stiefel XL/XXL Schaft
Sheego • Weite: H

 

Es ist unbestreitbar, dass die Schuhsuche für Lipödem-Patientinnen mit Kompression eine Herausforderung darstellt. Trotzdem hat mir die Suche für diesen Beitrag Spaß gemacht.

Ein ganz herzliches Dankeschön an Christina für die hilfreichen Informationen und persönlichen Einblicke, die sie mit breitefuesse.de geteilt hat! Mach weiter so und alles, alles Gute für die bevorstehende OP!

Dieser Blog-Beitrag wurde im Juni 2019 veröffentlicht. Die Schuhtipps werden 2x/Jahr angepasst (letztes Update: Oktober 2019).

 

 

Haftungsausschluss: Die hier dargestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information und allgemeinen Weiterbildung. Sie stellen keine Empfehlung der beschriebenen oder erwähnten diagnostischen Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Der Text erhebt weder einen Anspruch auf Vollständigkeit noch kann die Aktualität, Richtigkeit und Ausgewogenheit der dargebotenen Information garantiert werden. Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt Deines Vertrauens! Ich übernehme keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.

 

*Hinweis: Die Links zu den Online-Shops auf dieser Seite sind Affiliate Links. 

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Einfach nur weite Schuhe finden als solches ist heutzutage eigentlich kein Problem mehr. ABER: Weite Schuhe zu finden, die trotzdem modisch und noch dazu gesund sind, ist eine Herausforderung! Im Folgenden habe ich Euch meine 10 wichtigsten Tipps für den Umgang mit der Auswahl und dem Tragen von Schuhen für „junge und junggebliebene Breitfüßler“ zusammengestellt:

 

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1)    Die eigene Fußweite herausfinden und gezielt Schuhe in der richtigen Weite suchen

Von Laden zu Laden zu rennen und sich zu wundern, dass kein Schuh passt, vergeudet Zeit und Nerven. Das kann man sich sparen, wenn man weiß, wonach man sucht. Viele Marken weisen die Weite von Schuhen inzwischen aus, z.B. durch die Klassifizierung „Wide Fit“, „Weite H“ oder ähnliche Weitenangaben. In meinem Blogbeitrag „Alles über Schuhweiten“ könnt Ihr lesen, wie man die eigene Fußweite herausfindet. Mit diesem Wissen könnt Ihr gezielt nach Schuhen suchen, die für Eure Schuhweite gemacht sind.

2)     Gute Marken und Schuhgeschäfte kennen

Um weite Schuhe zu finden, muss man wissen, wo man suchen muss. Unter „Schuhquellen“ habe ich Euch einige Marken zusammengestellt, die entweder weit ausfallen, weite Schuhe konkret ausweisen oder sogar exklusiv für breite Füße produzieren. Des Weiteren führt die Liste Online-Geschäfte auf, bei denen man die Filterkriterien direkt so einstellen kann, dass man nur nach Schuhen mit der eigenen Weite sucht. Ein Tipp für die Damen: Herrenschuhe fallen weiter aus als Damenschuhe. Auf der Suche nach Sneakern, Sport- und Wanderschuhen also evtl. auch mal die Herrenabteilung in Betracht ziehen.

3)    Schuhe im Internet suchen

Tatsache ist, dass die Schuhauswahl für Füße, die nicht dem Durchschnittsfuß entsprechen, sehr gering ausfällt. Folglich muss man relativ viel Zeit investieren, um in der kargen Auswahl auch noch was zu finden, was gefällt. Leichter als zehn Läden nacheinander abzuklappern ist es, Schuhe im Internet zu sondieren und entspannt durch die Lieblingsschuhquellen zu surfen, bis man fündig wird. Wenn man ein Paar Schuhe gefunden hat, das gefällt, kann man es ja ggf. immer noch im entsprechenden Laden anprobieren gehen, sofern es ihn in der Nähe gibt. Ansonsten: bestellen und bei Nicht-Gefallen zurücksenden.

4)     Nicht zu eng, nicht zu breit – den Mittelweg finden

Elbkäne, Ökolatschen, Medizintreter … klingt alles nach Laufen wie auf Wolken! Aber dem modischen Anspruch entsprechen vernünftige Schuhe oder Gesundheitsschuhe selten. Andererseits: quetscht man den Fuß in viel zu enge Modestücke, führt das zu Schmerzen und Blasen, langfristig auch gesundheitlichen Problemen, wie z.B. Hallux valgus, Hühneraugen und sonstigen ungewollten Konsequenzen. Unserer Gesundheit zuliebe auf der einen und dem ästhetischen Empfinden auf der anderen Seite, sollten wir Zeit in die richtige Schuhauswahl investieren und den bestmöglichen Kompromiss zwischen den beiden Extremen finden.

5)     Sportlich ist leichter als elegant

Minnie Maus schafft es, in hochgradig überdimensionalen Pumps stets bezaubernd auszusehen. Chapeau! Aber … im wahren Leben ist es nicht einfach, bei Fußweite H oder größer Eleganz zum eigenen Stil zu machen. Das heißt im Gegenzug aber nicht, dass man „stillos“ bleiben muss. Inzwischen gibt es so viele akzeptierte Modestile, die Komfort und Mode verbinden, dass die Entscheidung für einen lässigen, sportlichen und legeren Stil nicht schwer fällt. Sogar mit Kleidern darf frau heute Sneaker oder kräftige Boots kombinieren. Sportliche Schuhe, die dem Fuß Spielraum geben, sind deutlich leichter zu finden als grazile Designerschuhe.

6)     Nicht jeder Trend ist unpassend für breite Füße

Sicherlich geht so manche Modewelle an unsereinem vorbei, weil sie einfach nicht tragbar für breite Füße ist – umso schöner, dass der ein oder anderen Trend Menschen mit breiten Füßen sogar entgegenkommt! Ein paar Beispiele? Da wären u.a. die weiten Sommerschuhe von Crocs* . Birkenstocks* waren früher als öko verschrien gelten neuerdings als Modeaccessoire. Im Winter wären dann Ugg Boots* passende Pendants. Oder Dr. Martens* – die Modelle mit der Nummer 1460 sind z. B. sehr weit geschnitten. Viele Sneakermodelle fallen weit aus und sind modisch, z.B. die der Marken Skechers* , Boras* oder Camper* . Es gibt auch einige Nike Free* Modelle mit Wide Fit.

7)       Wechselschuhe für weitere Strecken einsetzen

Manchmal muss es dann allerdings doch schick sein, z.B. im Büro, beim Kundentermin oder bei feierlichen Anlässen. Ich persönlich trage auf der Arbeit jeden Tag Schuhe, die unbelastet/am Schreibtisch völlig in Ordnung sitzen, in denen ich aber keinen Kilometer gehen könnte, ohne mir Blasen zu laufen. Deshalb habe ich es mir angewöhnt, Wechselschuhe dabei zu haben: Für den Weg ins Büro nehme ich bequeme, sportliche Schuhe. Im Büro habe ich drei Paar Business-Schuhe, in die ich dann wahlweise wechseln kann. Für mich ist es ein guter Kompromiss, für weite Strecken andere Schuhe zu tragen. Es hat außerdem noch den angenehmen Nebeneffekt, dass Sohlen und Absätze meiner feinen Schuhe geschont werden und die Schuhe selten dreckig werden, da sie nie durch Nässe und Schmutz laufen müssen.

8)       Anpassungsfähige Materialien, elastische Schnürsenkel

Wenn der Fuß Platz braucht, ist es gut, wenn der Schuh an Druckstellen nachgibt. Gut sind daher Schuhe aus echtem Leder. Leder dehnt sich beim Eintragen und passt sich den Füßen an. Zur Not kann man mit Dehnungsspray* oder Schuhspannern* nachhelfen – siehe hierzu auch meinen Beitrag „Maßgeschneiderte Schuhspanner basteln“.

Aber auch aus Stoff/synthetischen Materialien gibt es sehr dehnbare, anpassungsfähige Schuhe. Genannt seien hier als Beispiel Skechers Go Walks*, Nike Free* oder Leguano Barfußschuhe*. An dieser Stelle muss außerdem ein ganz aktueller Trend erwähnt werden: Sockboots. Socken mit Sohlen – extrem bequem!

Was natürlich auch beim Thema „nachgebende Schuhe“ hilfreich ist, sind Schnürungen oder verstellbare Riemen, die an den besonders weiten Stellen Raum lassen. Bei manchen Schuhen verwende ich übrigens elastische Schuhbänder*. Die geben nicht nur nach, sie haben auch den Vorteil, dass man sich das Schuhe schnüren spart und kein Schleifenknoten unter den Hosen hervorschaut.

9)       Optische Kniffe ausnutzen: die Schuhspitze muss nicht quadratisch sein

Die meisten Medizinschuhe, die es unter den so genannten Komfortschuhen so gibt, sind nicht nur breit, sondern sehen auch so aus. Klobige Sohlen und quadratische Schuhspitzen sind daran meist nicht ganz unschuldig. Es gibt aber auch Schuhe, die von innen weiter sind, als man es vom Aussehen vermuten würde. Es spricht nicht unbedingt etwas dagegen, dass Schuhe vorne spitz zulaufen, solange sie im Zehen- oder Zehenknöchelbereich weit genug sind. Zierliche Elemente nehmen Schuhen manchmal ihre Klobigkeit. Optische Brüche, wie z.B. Nähte, lockern die Optik auf und lenken von der Schuhbreite ab. Möglich ist es natürlich auch, die Flucht nach vorne anzutreten und modische Schuhe zu wählen, die mit der eckigen Form spielen, z.B. Mokassins oder Lederschuhe mit Karreespitze.

10)    Gute Qualität kaufen, auf den Schuh Acht geben

Zum einen ist es schwer, mit breiten Füßen schöne Schuhe zu finden. Des Weiteren quetscht man sich vielleicht mit breiten Füßen doch hin und wieder Schuhe, die objektiv betrachtet weiter hätten sein können und muss sie dadurch mühsam einlaufen, bis sie sitzen. Umso wichtiger ist es, dann wenigstens lange etwas von den schwer ergatternden Schuhen zu haben! Es lohnt sich also umso mehr, eventuell auch mal ein paar Euro mehr auszugeben und in gute Qualität zu investieren. Hat man dann die Wunschschuhe gefunden, hilft gute Pflege, also bspw. regelmäßig Schuhcreme auftragen, um das Leder geschmeidig zu halten, Imprägnierspray* gegen Nässe verwenden und Schuhspanner* für die Aufbewahrung einsetzen.

 

 

 

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